Ein Besuch in der Altstadt und entlang der Stadtmauer

Die Stadt Worms gehört zu den ältesten Städten Deutschlands und blickt auf eine mehr als zweitausendjährige Geschichte zurück. Als bedeutende Siedlung der Römer, als freie Reichsstadt des Mittelalters und als Schauplatz zahlreicher historischer Ereignisse hat Worms bis heute einen besonderen Platz in der deutschen Geschichte. Zu den eindrucksvollsten Zeugnissen dieser Vergangenheit zählt die Stadtmauer, die über Jahrhunderte das Stadtbild prägte und den Bewohnern Schutz bot. Dennoch konnte auch die Befestigung nebst Stadtmauergraben die Feinde letztlich nicht davon abhalten, jene Mauer bei den großen Stadtzerstörungen in den Jahren 1689 und 1945 zu Fall zu bringen.

Obwohl sie heute nur noch in Teilen erhalten ist, vermittelt sie einen anschaulichen Eindruck von der einstigen Größe und Bedeutung der Stadt. Die Stadtmauer ist insofern weit mehr als ein historisches Bauwerk aus Stein. Sie erzählt von politischen Veränderungen, wirtschaftlichem Aufschwung, militärischen Herausforderungen und dem Alltag der Menschen im Mittelalter. Gleichzeitig verbindet sie Vergangenheit und Gegenwart und ist somit für uns Menschen von heute eine Möglichkeit zu erahnen, wie sich das Leben vor rund 500 bis 1000 Jahren angefühlt haben muss und ist insofern ein bedeutendes Kulturdenkmal.

Stadtmauer gestern und heute
Die Geschichte der Wormser Stadtbefestigung reicht bis in die Römerzeit zurück. Bereits im 4. Jahrhundert entstand zum Schutz der römischen Siedlung eine erste Befestigungsanlage. Diese diente dazu, die Bevölkerung vor Angriffen germanischer Stämme zu schützen. Nach dem Ende der römischen Herrschaft verfielen Teile der Anlagen, doch ihre Grundstrukturen beeinflussten spätere Befestigungen.

Mit dem wirtschaftlichen und politischen Aufstieg von Worms im Hochmittelalter wuchs auch der Bedarf nach einer leistungsfähigen Stadtverteidigung. Besonders im 12. und 13. Jahrhundert entwickelte sich Worms zu einer bedeutenden Handels- und Reichsstadt. Händler, Handwerker und Geistliche sorgten für Wohlstand, gleichzeitig stieg jedoch die Gefahr von Angriffen rivalisierender Herrscher oder plündernder Truppen.
In dieser Zeit entstand die mittelalterliche Stadtmauer, deren Verlauf große Teile der damaligen Stadt umschloss. Ursprünglich umfasste die Stadtmauer eine Strecke von knapp 2,7 Kilometern. Acht Tortürme gewährten einen Zu- und Ausgang in die freie Reichsstadt Worms. In der Höhe maß die Mauer 6,30. 28 Türme, verteilt auf die Strecke, garantierten einen tiefen Blick ins Umland, während ein Turm, der Folterturm, eher für sagen wir mal stadtinterne Probleme genutzt wurde. Direkt gegenüber der Errante Apartments befindet sich die Herta-Mansbacher-Anlage, die einst Stadtmauergraben war und an deren Nordseite sich der Folterturm befand. Heute sind nur noch Grundrisse des Turms erkennbar.
Direkt unterhalb dieser Turmfragmente befindet sich übrigens das Stadtmauerspiel, dass nicht nur für die kleinen Worms Besucher spannend sein dürfte. Vielmehr gewährt das 1994 angelegte Modell auch allen anderen Interessierten einen Eindruck davon, wie die Stadtmauer einst aussah. Ebenfalls auf dieser Seite der Befestigung befindet sich auch die Martinspforte. Das stattliche Tor, das Besucher vom Norden in Empfang nahm, überlebte die zweifache Stadtbombardierung 1945.

Doch nicht nur Stadtzerstörungen setzten der Mauer zu, sondern auch die Bürger selbst. Im 19. Jahrhundert begann vielerorts der Rückbau alter Stadtmauern, da sie die Ausdehnung der Städte behinderten. Auch in Worms wurden zahlreiche Mauerabschnitte und Tore abgetragen, um Platz für neue Straßen und Gebäude zu schaffen. Gleichzeitig entwickelte sich jedoch ein wachsendes Bewusstsein für den historischen Wert der erhaltenen Bauwerke. Erste Maßnahmen zur Denkmalpflege sorgten dafür, dass bedeutende Teile der Stadtmauer erhalten blieben.

Komplett verschwunden ist die Mauer vor allem in westlicher Richtung. Heute erinnert lediglich der Graben, der als Grünanlage genutzt wird, zwischen Adenauerring (unweit von Errante) und Lutherplatz an diese Stadtbefestigung. Zugleich ist ein Abschnitt dieser Grünanlage auch Heimat des Luther Denkmals, dem weltweit größten begehbaren Reformationsdenkmal (Hier finden Sie mehr Informationen über Luther in Worms (https://nibelungen-apartments.de/das-wormser-luther-dossier/ ). Erkennbar sind Fragmente der Mauer dann wieder in der Höhe des Musum Heylshof und dem Dom Bezirk. Von dort erstreckt sich das historische Gemäuer mit Lücken bis zur Schönauer Straße, Ecke Valckenbergstraße. Insbesondere dieser letzte Teilabschnitt in der sogenannten Ringanlage ist ein Besuch wert. Den dort bekommt man nicht nur einen Eindruck historischer Baukunst, die mit moderner Baukunst in den vergangenen Jahren erfolgreich für die Zukunft gesichert wurde. Nein, auch der Weinbau spielt wie so oft in dieser Stadt dort eine bedeutende Rolle. Hier befanden innerstädtische Hanglagen, die unter anderem auf so schöne Namen wie Luginsland hörten. Heute erinnern Hinweisschilder und Reben an historische Weinsorten, wie der Blaue Muskateller, an diese Zeiten. Einmal im Jahr, nämlich im April, wird im Stadtmauergraben zwischen Lutherplatz und Andreastor die Weinmeile mit rund lokalen 20 Winzern gefeiert.
Einen weiteren erhaltenen Stadtmauerabschnitt findet sich im Osten der Innenstadt und schützte die Menschen vor Angreifern, die über den Rhein kamen. In Zeiten vor der Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert verlief dieser mit seinen unzähligen Armen bis kurz vor diese Mauer. Hier finden Sie auch ein drittes und letztes erhaltenes stattliches Eingangstor. Bis vor wenige Jahren klärte hier auch das Nibelungenmuseum über die sagenhafte Geschichte von Siegfried, Kriemhild und co. Im Zuge von zahlreichen Mängeln, die zu beheben einen mittleren Nibelungenschatz kosten würde, wurde das Museum geschlossen. Wichtige Teile dieser Ausstellung befinden sich nun im städtischen Museum im Andreasstift, das im Übrigen direkt an das Andreastor anschließt. Auf der Außenseite der Stadtmauer befindet sich auch der Torturmplatz und ein symbolisches Siegfried Grab. Geschaffen wurde es von dem Wormser Konzeptkünstler Eichfelder. Ein aufgeschütteter Hügel flankiert von zwei Hinkelsteinen erinnert an den kühnen Recken, der von Hagen hinterrücks ermordet wurde.

Ab in die Altstadt
Gegenüber dieses Mauerabschnitts beginnt auch die Wormser Altstadt. Ähnlich wie der Rest der Innenstadt erfuhr auch die Altstadt massive Schäden durch das Bombardement am Ende des Zweiten Weltkriegs. Erhalten blieben vor allem der Grundriss mit seinen engen Straßen, Teile der Stadtmauer sowie die Kirche St. Paulus, die allerdings nicht mehr für Gottesdienste genutzt wird. Erste Abschnitte der Kirche entstanden Mitte des 11. Jahrhunderts. Auffällig sind vor allem die abgerundeten Kuppeldächer der Kirchtürme im byzantischen Baustil. Inspiriert wurden diese durch Eindrücke von Kreuzrittern nach ihrer Rückkehr in die Heimat. Zwar wurde die Kirche sowohl 1689 als auch 1945 stark beschädigt, doch konnte viele Elemente gerettet und wieder hergestellt werden.

Die Synagoge in der Judengasse wurde wiederum schon vor Beginn des Zweiten Weltkriegs durch die Nazis zerstört und in den 60er Jahren auf Basis der originalen Pläne wieder aufgebaut. In den vergangenen Jahren wurde auch die Mikwe, das jüdische Ritualbad aufwendig saniert, nachdem ein Pilzbefall drohte das Mauerwerk für immer zu zerstören. Während die Synagoge mit entsprechender Kopfbedeckung bei Männern täglich besucht werden kann, kann die Mikwe nur in Reisegruppen mit vorheriger Anmeldung besucht werden. Termine können über die Wormser Tourist Info gebucht werden.

Selbstverständlich sollte man bei dieser Gelegenheit auch dem Friedhof „Heiliger Sand“, der ebenfalls zum Unesco geschützten SchUM Erbe der Stadt gehört, besuchen. Das pulsierende Herz der Altstadt ist wiederum der Nachbarschaftsverein „Hamburger Tor e.V.“, die in der Bärengasse ein Lokal betreiben, das allerdings nur für Konzerte, Lesungen, Workshops etc öffnet. Die Veranstaltungen sind kostenfrei und werden auf der Homepage rechtzeitig eingestellt. Ein Meter weiter in der Rheinstraße befindet sich außerdem das Weinlokal „Krappenbau“, das natürlich mit rheinhessischen Weinen und kleinen deftigen Köstlichkeiten lockt. Auch hier lädt der Inhaber zu gelegentlichen Konzerten oder Partys.

Wenn Sie nach einem Besuch dann wieder durch die Martinspforte zu Errante Apartments schlendern, haben sie es geschafft und sind zu Fuß einmal durch zweijahrtausende Geschichte marschiert.

Weitere Informationen zur Stadtmauer finden Sie hier:
https://www.worms-erleben.de/erleben/entdecken-und-staunen/sehenswuerdigkeiten/stadtmauer.php

https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbefestigung_Worms

 

Nibelungen-Festspiele präsentieren mit „Die Hunnenkönigin“ spektakuläres Sommertheater im Schatten des Doms

Wieder mal feiert Worms sein historisches Erbe mit dem Beginn der Nibelungen-Festspiele am 17. Juli. Noch bis zum 2. August wird das Stück „Die Hunnenkönigin“ im Schatten des Wormser Doms aufgeführt. Geschrieben wurde das Stück von dem Briten Oliver Lansley, der seine Nibelungen-Interpretation mit seinem Regiekollegen James Seager inszeniert. Beide sind wiederum auch die Gründer der Theatercompagnie Les Enfants Terribles, die wiederum für ihre immersive Theatererlebnisse bekannt sind.
Mit „Die Hunnenkönigin“ setzen Lansley und Seager sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch auf eine radikale Neuakzentuierung des bekannten Stoffes und füllen dabei eine Leerstelle im bekannten Kosmos der Nibelungensage. Konkret rückt Autor Oliver Lansley Kriemhilds Zeit nach dem Tod des bekannten Hünen Siegfried in den Mittelpunkt. Also jenes Kapitel, als Kriemhilds Brüder beschließen, die nach dem Mord an Siegfried ungeliebte Schwester aus Gründen der Kriegsdiplomatie an den Ostgoten König Etzel zu übergeben. Diese Ausgangssituation erlaubt einen Perspektivwechsel, weg von der altbekannten Sage, hin zu einer zeitgenössischen Deutung über Macht, Manipulation, den Missbrauch von Frauen und letztlich auch die Frage, was jemand bereit ist zu tun, um noch schlimmere Ereignisse abzuwenden.

Oliver Lansley und James Seager bringen mit viel Theatertricks, Kreativität, bombastischer Musik und eindrücklichen Schauspielern das vielschichtige Stück auf die Bühne. Oder anders formuliert: Musik, Bewegung, starke Bilder und eine deutlich poppige Bühnensprache wollen das alte Epos aus dem Museum befreien. Das gelingt in vielen Momenten eindrucksvoll. Vor allem dann, wenn Kriemhilds Entwicklung als innerer Bruch sichtbar wird, entfaltet der Abend emotionale Kraft. Maria Dragus, die aktuell auch in dem Netflix Drama „23000 Leben“ zu sehen ist, gibt der Figur Präsenz und Härte; sie spielt Kriemhild nicht als mythische überladene Überfrau, sondern als Person, die sich gegen Demütigung und Verlust in eine fatale Entschlossenheit hineinsteigert. Gemeinsam mit Aram Tafreshian, der mit ruhiger, aber überlegter Präsenz Etzel spielt, dominiert sie auch das Bühnengeschehen.

Allerdings muss man auch einräumen, dass „Die Hunnenkönigin“ zuweilen zu viel will. Gesellschaftskritik, Rollenumkehr, Spektakel, Musiktheater, psychologisches Drama und große Festspielgeste. Das fügt sich nicht immer zu einem stimmigen ganzen, unterhält aber über die üppige Spielzeit von 150 Minuten plus 30 Minuten Pause. Für inszenatorische Abwechslung sorgt vor allem die Entscheidung, die Musik als integraler Bestandteil des Bühnengeschehens einzubinden. Die bekannte Pop Sängerin Alice Merton hat eigens für die Aufführung neun Stücke gemeinsam mit dem Briten Alexander Wolfe komponiert. Wolfe gehört wiederum zu der Theatercompagnie, ebenso wie die Begleitband Silverlung, die sich auf der Bühne als versierte Musiker zeigen. Erstmals haben die Festspiele aufgrund der Qualität der Musik auch einen Original Bühnen-Soundtrack veröffentlicht, der allerdings nur vor Ort im Wormser Heylshof Park gekauft werden kann.

Karten für die Haupttribüne sind bereits restlos ausverkauft. Für alle weiteren Kategorien gibt es aktuell noch wenige Karten. Empfehlenswert ist neben dem Hauptstück auch das Kulturprogramm der Festspiele sowie ein Besuch im Heylshof Park. Für ein kleines Flaniergeld von 4 Euro kann den Abend unabhängig von dem Stück im romantischen Ambiente des kleinen Parks genießen.

Weitere Infos rund um die Festspiele findet ihr hier: www.nibelungenfestspiele.de

Der Wormser Kultursommer 2026

Es ist was los in der Nibelungenstadt


Worms blüht auf am 11. und 12. April 

Aufgrund seiner geografischen Lage ist Worms, was das Wetter betrifft, den meisten Regionen in Deutschland meist ein paar Wochen voraus. Sprich, wo woanders der Frühling sich noch ein wenig sträubt, Knospen sprießen zu lassen, betört die Kirsch- und Mandelblüte in Rheinhessen bereits ab Anfang März die Augen und verführt mit ihrem zarten Duft. Klar, dass es dementsprechend im April dann heißt „Worms blüht auf“. Hier ist der Name Programm. Auch in diesem Jahr präsentieren bei „Worms blüht auf“ zahlreiche Gärtnereien, Floristen, Kunsthandwerker, Dekorateure und weitere Betriebe ihre Produkte und Ideen zur Verschönerung von Garten, Balkon und Zuhause. Als wäre das nicht schon genug Natur in der City, verwandelt das Grünflächenamt sowie die städtischen Gärtner des Entsorgungs- und Baubetriebs der Stadt Worms (ebwo) die zahlreichen Grünflächen in der Innenstadt in ein Blumenmeer. Selbstverständlich wird hier nichts dem Zufall überlassen und so gibt es natürlich auch ein Farbthema uns das hört in diesem Jahr auf das Motto „Orange-Lila-Weiß“. Bereits im Herbst wurden insgesamt 40.000 Blumen gepflanzt, die nun bei steigenden Temperaturen ihre Blüten entfalten. Hinzu kommen 27.000 Tulpen in 18 Sorten, die ebenfalls im Herbst gesetzt wurden. Alle Pflanzen wurden von der Stadtgärtnerei produziert. Der Einzelhandel hat wiederum am Samstag regulär geöffnet, während die Wormser Innenstadt einen Tag später in der Zeit von 13 bis 18 Uhr zum verkaufsoffenen Sonntag lädt.

Für Kinder bietet die Lutheranlage vielfältige Spielmöglichkeiten. Auf dem Marktplatz stellen regionale Autohäuser ihre aktuellen Modelle vor. Vor der Dreifaltigkeitskirche können sich Besucher über verschiedene E-Bike-Modelle informieren und beraten lassen. Kulinarisch wird ebenfalls einiges geboten: Von herzhaften Speisen über süße Spezialitäten bis hin zu erfrischenden Getränken ist für jeden Geschmack etwas dabei. Selbstverständlich dürfen in einer Weinstand diverse Winzerstände auch nicht fehlen. Gastronomie- und Schaustellerbetriebe sowie örtliche Vereine tragen ebenfalls dazu bei, dass auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt. Am Römischen Kaiser präsentieren sich zudem die Wormser Feuerwehr und der DRK-Kreisverband Worms im Rahmen einer kleinen „Blaulichtmeile“.


Weinmeile im Wormser Stadtmauergraben vom 23. bis 26. April 

Es gab eine Zeit, da wurde inmitten der Wormser Innenstadt Wein angebaut. Das ist aber längst Vergangenheit. Heute erinnert lediglich eine kleine Parzelle am Ende des Stadtmauergrabens an diese Tradition. Die hört wiederum auf den Namen Luginsland und wird bis heute durch ein Wormser Weingut gepflegt. Einmal im Jahr, ein paar Meter weiter, vom Wergers Eck bis zur Wormser Vinothek am Parkplatz, feiern Winzer und Besucher diese Weinbautradition bei der sogenannten Weinmeile. Auf dieser Meile vorbei am historischen Luther Denkmal präsentieren rund zwanzig Weinbaubetriebe ihre Produkte.

Zugleich bietet sich die Gelegenheit, mit Winzerinnen und Winzer auch ein wenig über deren Tröpfchen zu unterhalten. Daneben lohnt sich natürlich auch ein Besuch der Wormser Vinothek am Parmaplatz oder eine Schorle-Erfrischung oder auch ein Wormser Bier aus der Brauerei Sander zu genießen. Für Kinder gibt es auf dem Platz der Partnerschaft mit Hüpfburg und Programm des SSC Trappenberg einen eigenen Treffpunkt. Weinliebhaber können mit dem Bummelpass, der nach dem Kauf einen bargeldlosen Genuss an jedem Weinstand garantiert, flanieren.


Vino et Musica vom 14. bis 16. Mai im Öko-Weingut Helmut Kloos / Worms Horchheim

Helmut Kloos ist ein echtes Wormser Original. Nicht nur dass er der erste Winzer in der Nibelungenstadt war, der bereits in den frühen 90er Jahre seinen Betrieb auf ökologischen Weinanbau umstellte, vielmehr steht sein Name auch für Kultur und einen verschmitzten, oftmals skurrilen Humor. Beides begegnet einem bei einem Besuch des beliebten Hoffestes Vino et Musica in Worms-Horchheim. Los geht das Hoffest traditionell an Christi Himmelfahrt mit einer musikalischen Weinprobe am Vormittag. Dazu werden kleine, liebevoll zubereitete Häppchen gereicht. Wer es etwas deftiger mag, kann natürlich auch eine Bratwurst frisch vom Grill oder andere Leckereien genießen. Der Winzer selbst erzählt derweil in seiner gewohnt liebevollen Art etwas über die gereichten Weine. Das Abendprogramm der kommenden Drei Tage steht zwar auch im Zeichen des Weingenusses, aber eben auch der musikalischen Unterhaltung. Statt Informationen zum Wein, gibt ein Programm zwischen Rock, Folk oder auch mal Blues. Tanzen ist an diesen Abenden unbedingt erwünscht.


Spectaculum vom 15. bis 17. Mai im Wormser Wäldchen

Sie interessieren sich fürs Mittelalter, wollen Feldschlachten erleben oder erfahren, welche Kräuter sich als Heilmittel eigenen und welche als Gewürz? Nebenbei möchten sie noch ein paar deftige Open-Air-Konzerte erleben, einen Sauschwanz vom Grill genießen oder ein wenig das Schießen mit Pfeil und Bogen üben? Dann ist das „Spectaculum“ im Wormser Wäldchen absolute Pflicht für Sie. Was einst als kleines Treffen gleichgesinnter Mittelalter Fans begann, ist heute bekannt als größter Mittelaltermarkt im Südwesten Deutschlands. Rund 20.000 Menschen pilgern jährlich zu dem ausdrücklich familienfreundlichen Fest, das mit ebenso familienfreundlichen Preisen begeistert. Oder wo bekommen Sie ein Open-Air-Event nebst drei großen Live-Konzerten für unter 15 Euro geboten. Zugegeben, man muss natürlich auch ein Faible für mittelalterlich geprägten Rock haben. In diesem Jahr gehört der Freitagabend der Band „Haggefugg“. Seit 2015 steht die Band für energiegeladenen, ehrlichen Mittelalterrock – handgemacht, bodenständig und mit ordentlich Wumms. Mit Dudelsäcken und Schalmeien in Rockbesetzung bringt Haggefugg die Bühne zum Beben, während eigene und althergebrachte Melodien auf frische Weise erzählt werden. Im Anschluss folgt noch eine absolut sehenswerte Feuershow.

Am Samstagabend versprechen Koenix eine absolut irren Musikmix. Die Band Koenix aus der Schweiz liefert explosiven Mittelalterrock, der direkt in die Beine geht. Mit Dudelsack, Drehleier, Sitar, Hackbrett und Flöten verbinden sie Folk- und Mittelalterrock mit Einflüssen aus Electronica und Ska – und das in gleich mehreren Sprachen. Das Finale am Sonntagnachmittag gehört wiederum „Spilldeyvel“. Die mittelalterliche Musikgruppe aus den Trierer Landen steht seit 2020 für authentische, humorvolle und energiegeladene Shows. Mit vielen eigenen Liedern nehmen sie euch mit auf eine musikalische Reise – von fröhlich und tanzbar bis hin zu melancholisch und verträumt. Mit donnernden Trommeln, dudelnden Säcken und jeder Menge Spielfreude entfesseln die teuflischen Musikanten ihre Energie auf der Bühne. Neben der großen Hauptbühne am Fuße des vermeintlich höchsten Hügels von Worms, dem Äschebuggel, spielen auf einer weiteren Nebenbühne authentische Mittelaltergruppen Minnegesänge oder anderes Liedgut. Dominiert wird das große Gelände wiederum von einer Händlermeile und diversen Zeltdörfern, in denen sich das Leben im Mittelalter beobachten lässt. Seit zwei Jahren findet während des Spectaculum auch der „Fafnir-Cup“, ein nationales Vollkontakt-Einladungsturnier der Eisenliga, statt.

RheinRadeln am 17. Mai zwischen Oppenheim und Worms 

Wem der Kopf an diesem Wochenende nicht nach Mittelalter steht, kann sich natürlich auch aufs Fahrrad schwingen und am Rheinradeln teilnehmen. Das EWR-RheinRadeln ist das größte aktive Volksfest in Rheinhessen und verwandelt einmal im Jahr die alte Bundesstraße 9 (B9) in eine gigantische Erlebnismeile für Radfahrer, Skater und Fußgänger. Auf einer Strecke von rund 25 Kilometern zwischen Worms und Oppenheim gehört der Asphalt ganz den unmotorisierten Teilnehmern. Die Straße wird für den Autoverkehr komplett gesperrt. Das Besondere am RheinRadeln ist nicht nur das Fahren auf der freien Straße, sondern das riesige Rahmenprogramm. Zahlreiche Winzerhöfe, Vereine und Gastronomen in den Orten entlang der Strecke (wie Guntersblum, Alsheim und Mettenheim) laden zu Pausen mit regionalen Spezialitäten und rheinhessischem Wein ein. Auf mehreren großen Bühnen sorgen Radiosender und lokale Bands für Live-Musik. Es gibt Mitmachaktionen, Gewinnspiele und Infostände. 


Pfingstmarkt vom 23. bis 31. Mai auf dem Festplatz Kisselswiese

Neun Tage lang verwandelt sich der Festplatz direkt am Rheinufer in eine bunte Erlebniswelt aus Nervenkitzel, Genuss und Geselligkeit. Als klassisches Familienvolksfest verbindet der Pfingstmarkt moderne Fahrgeschäfte mit der gemütlichen Atmosphäre einer historischen Händlermeile. Ein fester Bestandteil des Programms ist der beliebte Familientag (meist am Donnerstag), der mit ermäßigten Preisen und besonderen Aktionen lockt. Ein optisches Highlight ist zudem das traditionelle Ballonglühen, das bei Einbruch der Dunkelheit für eine magische Kulisse am Rhein sorgt.


Kulturnacht am 13. Juni 2026 Wormser Innenstadt

Kultur ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Ganz in diesem Sinne zeigte Worms bei der jährlich stattfindenden Kulturnacht eine kreative Stadtgesellschaft, die sich auf Malerei genauso gut versteht wie in Sachen Literatur, Schauspiel oder Musik. Zugleich zeigt sich die Wormser Innenstadt in dieser Nacht von seiner attraktivsten Seite. Entspannte Menschen verweilen an stimmungsvollen Orten zwischen Museum der Stadt Worms im Andreasstift, dem Dom St. Peter, dem Heylshofmuseum oder auch der Synagoge. Nachbarschaftsvereine, wie das Hamburger Tor in der Wormser Altstadt zelebrieren an diesem Abend den gemeinschaftlichen Charakter eines Straßenfestes in einer lauen Sommernacht, während auf dem Obermarkt im Herzen der Innenstadt sich Bands den Taktstock gegenseitig überreichen, um den Platz in eine einzige Konzert Arena zu verwandeln. Kurzum, eine Nacht so vielfältig wie das Leben.  


„Die Hunnenkönigin“ – Nibelungen-Festspiele vom 17. Juli bis 2. August 

„Britische Exzentrik trifft Deutschen Urmythos“ schrieb ich über die Vorstellung des Stücks „Die Hunnenkönigin“ im Rahmen meiner Arbeit für WO! Das Wormser Stadtmagazin. Diese Erkenntnis bezieht sich darauf, dass erstmals in der 24 Jahre alten Geschichte der Nibelungen-Festspiele erstmals ein Kreativteam von der britischen Insel die künstlerischen Geschicke der Nibelungen übernimmt. Geschrieben und inszeniert wird das Stück, in dem Brünhild als titelgebende „Hunnenkönigin“ im Mittelpunkt steht, von Oliver Lansley und James Seager. Bekannt sind sie vor allem in Großbritannien als die Gründer der Theaterkompanie „Les enfants terribles“. Das steht vor allem für irrwitzige, visuell berauschende Inszenierungen. In eigenen Worten heißt das: „Bekannt für unsere auffällige visuelle Ästhetik und innovative Verwendung von Requisiten, Puppenspiel und Live-Musik, streben wir ständig danach, neue Wege zu erkunden, Geschichten zu erzählen und mit unserem Publikum in die seltsamen und wunderbaren Welten einzutauchen, die wir in unseren Shows schaffen.“

Im Mittelpunkt der Geschichte steht, der Titel verrät es bereits, Kriemhild, die am Hofe König Etzels zur Hunnenkönigin wird und, wie sollte es anders sein, natürlich nach Rache giert. Dafür ist sie bereit, die Welt in Flammen zu setzen. Das Altbekannte neu erzählen, ist dann auch die Herausforderung, die Lansley und Seager reizt: „An der epischen, reichhaltigen und komplexen Geschichte der Nibelungen zu arbeiten und der langen Reihen von großen Interpretationen unsere eigene hinzuzufügen, ist eine aufregende Herausforderung“. Zugleich versprechen sie: „Als englische Theatermacher wollen wir dieser berühmten deutschen Sage mit all der Begeisterung und Energie, aber auch mit dem kreativen Respekt begegnen, die sie verdient.“ Während das Geheimnis der Besetzung und weitere Details zur Aufführung erst Ende April folgen, wurde zwischenzeitlich schon mal bekannt, dass man musikalisch schon mal einen prominenten Gast auf der Bühne. Die erfolgreiche Sängerin Alice Merton wird gemeinsam mit dem erfahrenen Bühnenkomponisten Alexander Wolfe die musikalische Ausgestaltung dieser Reise in das Herz der Finsternis übernehmen. 

Die Fotos zum Beitrag sind aus der Inszenierung „See aus Asche“ aus dem Jahr 2025


Jazz and Joy vom 21. bis 23. August rund um den Dom St. Peter

Seit 35 Jahren gehört das Festival zu den regionalen Topfestivals. Wie der Name schon verrät spielt Jazz eine nicht ganz unwichtige Rolle. Im Laufe der Zeit entwickelte das Festival allerdings eine große Leidenschaft für die Joy-Momente des Lebens. Verteilt auf vier Bühnen rund um den Wormser Dom hat der Zuschauer die Möglichkeit, rund 30 Bands an diesem Wochenende zu lauschen. Das diesjährige Programm verspricht einmal mehr hochkarätigen Musikgenuss. Am besten fassen wir es in den Worten der veranstaltenden Kultur- und Veranstaltungsgesellschaft zusammen: „Während Vincen García als einer der gefragtesten Bass-Virtuosen der Gegenwart mit seinen hochenergetischen Funk- und Fusion-Grooves beeindruckt, bringt Emma Smith den Glanz der Londoner Jazzszene nach Worms.

Bei MUNDAY trifft analoge Wärme aufklaren, modernen Pop mit treibenden Live-Grooves und melodischen Hooks, die im Ohr bleiben. Mit tiefgehenden Basslinien und souliger Finesse sorgt die VRONI FRISCH BAND für echte Gänsehaut-Momente. Die South West Oldtime All Stars haben sich voll und ganz dem authentischen Sound des frühen Jazz verschrieben. Minimalistische Präzision und cineastische Jazz-Momente von seltener Intensität gibt es mit Kalkyl.“ Natürlich ist das noch längst nicht das komplette Programm, wie beispielsweise Thomas D & the KBCS. Ja, genau der Thoma D. von den Fantas. Neben dem offiziellen Festivalprogramm gibt es auf der größten Bühne auf dem Marktplatz noch ein Sonderkonzert, das nicht in das Wochenendticket integriert. Dieses bestreitet in diesem Jahr der erfolgreiche Deutsch-Pop-Singer Songwriter Clueso. Mit im Gepäck hat er natürlich das neue Album „Deja Vu 1/2“ und natürlich jede Menge Hits, wie der Song „Zusammen“. 


Backfischfest vom 28. August bis 6. September auf dem Festplatz Kisselswiese

Für die meisten Worms ist das Wein- und Volksfest auf der Kisselswiese unweit des Rheinufers nichts weniger als der ultimative Partyhöhepunkt des Jahres. Neun Tage erinnert das Fest an das Brauchtum der längst vergangenen Fischerszunft in Worms. Gelebt wird dieses Brauchtum vor allem durch den Brauchtumsverein Fischerwääder e.V., die ein fester Bestandteil des Backfischfestes sind und dementsprechend in unmittelbarer Nähe, der Kleinen Fischerweide, die kleinste Kerb im Südwesten Deutschlands feiern. Klein nicht etwa, weil sie nur spärlich besucht wird. Ganz im Gegenteil. Einmal im Jahr verwandelt sich die kleine Seitenstraße, die ehemals von Fischern bewohnt war, für einen Abend in eine Partymeile mit Live Musik, Gesprächen und Genüssen. Denn dann wird traditionell an einem Mittwoch die Fischerwääderkerb gefeiert. Festzelte auf dem Festplatz laden mit wechselndem Programm wiederum neun Tage zu einem abwechslungsreichen Programm, zu dem Weinproben, Live Musik und DJ Party gehören. Auf dem Platz sorgt ein bunter Mix aus Fahrgeschäften für Nervenkitzel oder einfach nur Spaß.

Worms entdecken mit Kindern

Stadtführer für Kinder und Kinderstadtrallye ermöglichen spielerische Erlebnisse

Sie besuchen die Nibelungenstadt Worms oder leben in dieser „sagenhaften“ Stadt gemeinsam mit Ihren Kindern? Dann verraten wir Ihnen hier, wie Sie Ihren neugierigen Nachwuchs die Stadt der Könige und Kaiser, Drachen und Helden näher bringen können….

„Worms für Kinder“ – Ein Mitmach-Stadtführer von Richard Stumm

Zwar lebt der Autor dieses Kinderstadtführers seit vielen Jahren nicht mehr in seiner Geburtsstadt Worms, dennoch war es für den Künstler Richard Stumm eine Herzensangelegenheit, dieses Buch zu realisieren und damit seine Heimatstadt auf spielerische Art und Weise den Kleinsten näherzubringen. Der Keim des Buches liegt dabei in Stumms Kindheit, in der er den Vater, ebenfalls Künstler, immer wieder in die Stadt begleiten durfte. Dieser erzählte wiederum seinen Nachwuchs von der historischen Bedeutung der Stadt und noch vieles mehr über die sagenhaften Geschichten die sich hier abspielten. Diese Begeisterung möchte der Illustrator und Grafiker in Form dieses Buches weitergeben. 

Leicht verständliche Texte und herzerwärmende Illustrationen machen speziell Kindern die Sehenswürdigkeiten der Stadt Worms mit ihrer Geschichte und ihren Geschichten begreifbar und zugänglich. Unterteilt ist das Buch, das sich an Kinder ab 6 Jahren richtet, in vier Touren durch die Stadt. Diese sind nicht thematisch angeordnet, sondern geografisch, sodass man sich beispielsweise in einer Tour vom Rathaus über den historischen Weckerlingplatz zum märchenhaften Ambiente des Heylshofs bewegt. Eine andere Tour führt aus der Innenstadt heraus Richtung des Karlsplatzes, wo sich der historische und vor allem eindrucksvolle Wasserturm befindet, aber auch das Eleonoren Gymnasium, das von nicht wenigen augenzwinkernd als Vorlage für Hogwarts bezeichnet wird. 

Auf leicht verständliche Art taucht das Buch auch in die dunkleren Kapitel der Stadt ein, wie zum Beispiel der Stadtzerstörung am Ende des Zweiten Weltkrieges. Selbstverständlich darf auch in Abstecher in das sagenumwobene Nibelungenlied ebenso wenig fehlen, wie ein Ausflug in den über 1000 Jahre alten Dom St. Peter. 

Fragebögen und Flächen zum Schreiben und Malen laden die Kinder zudem dazu ein, sich interaktiv mit der Geschichte und Gegenwart ihrer direkten Umgebung auseinanderzusetzen und vertraut zu machen. Begleitet wird der Text von über 150 farbigen Illustrationen.

Worms-Verlag, 128 S./ 2023 / Softcover / 16 Euro

ISBN: 978-3-947884-97-1

Kinderstadtrallye

Die Geschichte und die Kultur der Nibelungenstadt auf spielerische Art und Weise kennen lernen. „Wer ist Siegfried?“, „Was hat Luther in Worms gemacht?“ Dies und vieles mehr erfahren die Kinder in der Gestalt eines Drachen mithilfe des Dom-Dackels “Helmut”.  Alle jungen Worms-Besucher und Kinder der Stadt, die die 4.-7. Klasse besuchen, können sich während der Öffnungszeiten der Tourist Information die Rallye kostenlos abholen und erhalten nach herausfinden des richtigen Lösungswortes eine kleine Belohnung. Die Rallye umfasst 18 verschiedene Aufgaben quer durch die Stadt und an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Die Dauer beläuft sich auf ca. 1 Stunde.

Die Rallye ist auf Nachfrage bei der Tourist Info Worms erhältlich: 

Adresse:
Neumarkt 14, 67547 Worms
Telefon: 06241 8537306
Email: touristinfo@worms.de

Öffnungszeiten:
Montag, Mittwoch bis Freitag 9 Uhr bis 18 Uhr
Dienstag 9 Uhr bis 16:30 Uhr
Samstag und Sonntag 10 Uhr bis 14 Uhr

Gästeführungen für Kinder

Neben dem Mitmachführer zum Lesen und Malen sowie der Kinderstadtrallye bieten Wormser Gästeführer auch spezielle Stadtführungen sowie eine Domführung für Kinder an. Für Kinder, die sich mehr für den Drachen im Wormser Stadtwappen interessieren, gibt es die Tour „Mit Feuer und Flamme auf Drachenjagden. Alle Touren dauern ca. 90 Minuten und sind kostenpflichtig. Weitere Informationen und Buchungsoptionen finden Sie hier: www.gaestefuehrer-in-worms.de/worms-mit-uns-erleben-buchbare-f%C3%BChrungen/kinder-entdecken-worms/

Neueröffnung der Errante Pizzeria und Vinothek

Der Geschmack von Neapel im Herzen von Worms

Seit vielen Jahren verwöhnt die Familie Errante in der Errante Vinothek in direkter Nachbarschaft der Nibelungen Apartments ihre Gäste mit raffinierten italienischen Küchenkreationen und verführerischen Weinen. Dem Küchenteam ist es dabei besonders wichtig, eine Cucina abseits von Lasagne und Pizza zu kredenzen. Doch was wäre das italienische Dolche Vita ohne die köstlich belegten Teigfladen, in die sich Menschen weltweit verliebt haben und die natürlich aus der italienischen Küche nicht wegzudenken sind. Um der Kunst der Pizza gerecht zu werden, habe die drei Errante Geschwister Pietro, Francesco und Claudio Errante Parrino ein neues Lokal eröffnet, das fußläufig nur wenige Gehminuten von den Nibelungen Apartments entfernt liegt. 

Während der Name schlicht und ergreifend auf „Errante Pizzeria und Vinothek“ hört, ist der kulinarische Inhalt deutlich komplexer, denn in dem Lokal, das sich zwischen Ludwigsplatz und der idyllischen Grünanlage des Adenauerrings befindet, gibt es nicht irgendeine Pizza, sondern die originale neapolitanische Pizza. Und die ist eben mehr, als nur eine Pizza. Markenzeichen dieser Köstlichkeit ist ein besonders dünner Boden, kombiniert mit einem fluffigen Rand, der trotzdem kross gebacken, den Zauber Siziliens auf dem Gaumen entfaltet. Dass dies eine echte Kunst ist, würdigte unlängst auch die Unesco, die das Handwerk der Pizzaioli, wie die Pizzabäcker von Neapel auch genannt werden, im Jahre 2017 als Weltkulturerbe anerkannt haben. 

Um den besonderen Geschmack dieser Pizza zu erreichen, sind vor allem drei Zutaten besonders wichtig. Zeit, einen besonders heißen Pizzaofen und ganz viel Amore. Alle drei Komponenten finden sich schließlich auch in den runden Köstlichkeiten aus dem Hause Errante wieder. Während herkömmlicher Pizzateig oftmals nur wenige Minuten Ruhe vergönnt ist, darf der Teig der neapolitanischen Pizza stolze 36 Stunden entspannen, ehe er frisch belegt im Pizzaofen verschwindet. Natürlich ist der Pizzaofen nicht irgendein Ofen, sondern ein Hochleistungsofen, der für die neue Pizzeria aus Italien angeliefert wurde. Als hätte man die Glut des Vesuvs domestiziert, erzeugt der Ofen eine Hitzeleistung von 485 Grad. So entstehen die unvergleichlichen Lufteinschlüsse am dicken Teig Rand, die eine Pizza Napoli charakterisieren. In wenigen Sekunden ist der Teig fertig gebacken, dann kommt das Finish der Röstaromen und das Leopardenmuster des Teigs. Dadurch ist garantiert, dass der Belag frisch bleibt. 

Ergänzend werden in dem Lokal raffinierte Pasta Gerichte gereicht. So verspricht bespielsweise der Name des Pasta Gerichts Spaghetti Siciliane spannende sizilianische Momente, komprimiert für den Gaumen. Verantwortlich für diesen einzigartigen Geschmack ist hierbei die Liaison von Pinienkernen, Sardellen und Wildfenchel, begleitet von gerösteten Semmelbröseln. Ebenso lockt eine geschmackvolle Auswahl an Antipasti, zu denen natürlich auch diverse Bruschetta Variationen gehören, sowie italienische Desserts.   Abgerundet werden die mediterranen Köstlichkeiten von ausgewählten italienischen Weinen, deren Geschmack natürlich von der Sonne Italiens geprägt ist. 

Adresse:
Adenauerring 4B
67547 Worms

Telefon: 06241 9334777

Öffnungszeiten
Dienstag-Sonntag: 11:30-23 Uhr, Küche bis 22 Uhr
Montag Ruhetag
An Feiertagen geschlossen

https://errante-pizzeria.de/

Das Wormser Kultur- und Veranstaltungsjahr 2025

Dass Worms reich an Kultur und Geschichte ist, darauf habe ich in diesem Blog schon mehrfach hingewiesen. Doch Geschichte will auch gelebt werden! Ganz in diesem Sinne finden sich in Worms zahlreiche Feste und Kulturveranstaltungen, die mit der 2000 jährigen Stadthistorie verknüpft sind. Neben diesen, sagen wir mal Nischenveranstaltungen wie „wunderhoeren“ oder die „SchUM Kulturtage, gibt es in der Stadt aber auch zahlreiche Veranstaltungen, die Jung und Alt gleichermaßen erfreuen können. Dazu gehört natürlich das größte Wein- und Volksfest am Rhein, das Backfischfest. Wer musikalische Zerstreuung sucht, dürfte bei Jazz & Joy gut aufgehoben sein und wer lieber sich mit der Wormser Weinkultur beschäftigen möchte, bekommt ebenfalls einiges geboten. Nachfolgend habe ich für interessierte Worms Besucher eine kleine Übersicht der wichtigsten und interessantesten Festen / Veranstaltungen erstellt und praktischerweise die dazugehörigen Links eingefügt:  

Spass uff de Gass am 1. März am Obermarkt Worms 

Die Wormser Straßenfastnacht “Spass uff de Gass” ist ein Netzwerk-Projekt zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Stellen. Das Herz dieser Veranstaltung unter freiem Himmel sind natürlich die Wormser Fastnachtsvereine. Wormser Carnevalgesellschaft Liederkranz 1875 e. V. (WCL), Wormser Narrhalla 1840 e. V., Griwwelbisser Worms 1983 e. V., Wormser Prinzengarde Gloria 02 e. V., der Wormser Carneval Club 1974 und der Wormser Hausfrauen-Verein e. V. (WHV) sorgen in der Zeit von 11:11 bis 15 Uhr auf dem Obermarkt, einem zentralen Platz in der Innenstadt, für ein abwechslungsreiches Programm. Mit spitzer Feder geschriebene Büttenreden gehören dabei zum Programm wie mitreißende Tanznummern oder Gesangseinlagen, die zum gemeinsamen Stimmungssingen einladen. Selbstverständlich sorgen die Vereine an diesem Mittag auch für Getränke, süße Leckereien und deftiges für den Magen. Es ist auf jeden Fall für jede Menge „Spass uff de Gass“, wie es im Wormser Dialekt heißt gesorgt. 

Das vollständige Programm finden Sie rund zwei Wochen vor der Veranstaltung hier: https://www.worms-erleben.de/erleben/erleben-und-feiern/veranstaltungen/strassenfastnacht.php


Beginn der Marktwinzer Saison ab 8. März am Siegfriedbrunnen/Markplatz

MarktwinzerSchon der berühmte Dichter Johann-Wolfgang von Goehte erkannte: „Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken!“ Worms ist in diesem Sinne „the place to be“, denn als drittgrößte weinbautreibende Gemeinde Deutschlands ist es natürlich selbstredend, dass sich unter den rund 70 Wormser Winzern jede Menge guter Wein finden lässt. Um nicht auf Rundreise gehen zu müssen, haben Weinliebhaber in der Weinstadt Worms zahlreiche Möglichkeiten, die Meister des Rebensaftes persönlich kennenzulernen. Sechs davon haben sich als Marktwinzer zusammengetan, um im wöchentlichen Wechsel zum Weingenuss im Schatten des Wormser Doms einzuladen. Rund um den historischen Siegfriedbrunnen lädt der Platz nicht nur zum Weingenuss, sondern ermöglicht es auch Freunde zu treffen, auf dem benachbarten Wochenmarkt regionale Schmankerls zu kaufen und in Begleitung einer Schorle zu verköstigen. Da zumeist die Sonne den Marktwinzern wohlgesonnen ist, ist dieser Termin der perfekte Ort, um das Wochenende gemütlich zu beginnen. 

Alle Termine finden Sie hier: https://www.worms-erleben.de/erleben/geniessen-und-bewegen/wein/marktwinzer.php


Worms blüht auf am 5. Und 6. April (Verkaufsoffener Sonntag)

„Worms blüht auf“ ist ein Aktionswochenende, das mit einem verkaufsoffenen Sonntag endet. Bei “Worms blüht auf” verwandeln sich die zentralen Straßen und Plätze in Worms in einen duftenden Garten bunt blühender Blumen, Stauden und Gebinde. Zahlreiche Floristen, Gartenbaubetriebe sowie Kunsthandwerker und weitere Fachhändler präsentieren in der Innenstadt die vielfältigen Trends des Frühlings zum Bestaunen, Kaufen und Informieren. Dabei werden die gesamte Fußgängerzone, die angrenzenden Blumenanlagen sowie der Markt- und der Schlossplatz in die Veranstaltung mit einbezogen. Für Musikfans, allen voran Freunde des Vinyls, lohnt sich an diesem Wochenende ein Besuch bei Heaven Records. Inhaber Oliver Brandt, der Musik nicht nur liebt, sondern auch lebt, ist als Ansprechpartner in Sachen Musik in der Nibelungenstadt schon längst Kult. Kult ist auch seine Veranstaltung „Heaven blüht auf“, die eben an diesem Wochenende auch stattfindet. Musik Nerds und alle die es werden wollen können sich schon mal auf einen Lagerverkauf mit Knallerpreisen freuen. Doch nicht nur Freundes des Vinyls, CDs, DVDs und BluRays kommen an diesem Wochenende auf ihre Kosten. Zumeist bieten auch weitere Geschäfte in der Wormser Innenstadt coole Schnäppchen an. Gewinnspielaktionen, Kinderangebote und natürlich Wein und kleine Snacks runden das Angebot an diesem Wochenende ab. 

https://www.worms-erleben.de/erleben/erleben-und-feiern/veranstaltungen/Einkaufstage/worms-blueht-auf.php


Wormser Weinmeile vom 24. Bis 27. April

Da Worms und Wein untrennbar miteinander verbunden ist, gibt es natürlich auch eine Weinmeile. Diese schlängelt sich entlang der historischen Stadtmauer, beginnend am Parmaplatz bzw. der Wormser Vinothek, und endet wiederum am Andreastor. Zwanzig Winzer schenken an zehn Weinständen ihre Weine und Traubensäfte aus, rheinhessische Weinschorle gibt es am Werger Eck und in der Vinothek. Im kulinarischen Bereich werden Allgäuer Käse, Pizza und Crêpes ebenso angeboten wie die klassische Bratwurst oder Steaks. Auf zwei Bühnen gibt es zudem Live Musik zum Weingenuss. Entscheidend ist jedoch bei all dem, das die über zweitausend Jahre alte Kulisse einfach durch ihre unvergleichliche Atmosphäre besticht und somit die Weinmeile zu einem ganzheitlichen Sinneserlebnis macht. 

https://www.worms-erleben.de/erleben/geniessen-und-bewegen/wein/weinmeile.php


Vino et Musica vom 9. bis 11. Mai im Weingut Helmut Kloos

Helmut Kloos ist ein echtes Wormser Original. Nicht nur dass er der erste Winzer in der Nibelungenstadt war, der bereits in den frühen 90er Jahre seinen Betrieb auf ökologischen Weinanbau umstellte, vielmehr steht sein Name auch für Kultur und eine verschmitzten, oftmals skurrilen Humor. Beides begegnet einem bei einem Besuch des beliebten Hoffestes Vino et Musica. Neben der Jahrgangspräsentation der 2021er Weine, bietet der Winzer am Christi Himmelfahrt Wochenende ein abwechslungsreiches Musikprogramm zwischen Folk, Rock und Weltmusik. Eröffnet wird das Programm am Feiertag mit einer Weinprobe. An drei Abenden verwandelt sich schließlich das kleine Weingut in einer Open Air Konzert Arena. Selbstverständlich werden zu allen Programmpunkten kleine pfälzische und rheinhessische Köstlichkeiten von deftig bis leicht gereicht. Wer mehr von Helmut Kloos hören und schmecken möchte, hat in der Adventszeit auf dem Wormser Weihnachtsmarkt dazu die Gelegenheit. Dort betreibt er regelmäßig seine Glühweinbude, die ebenfalls von einem unterhaltsamen Programm inklusive eines improvisierten Einhorn Karussells begleitet wird. 

Weitere Infos: www.weingut-kloos.de


Musik am Gammi vom  (Termin folgt noch)


Wormser Pfingstmarkt vom 7. bis 15. Juni auf dem Festplatz

War der Wormser Pfingstmarkt in früheren Zeiten eine eigenwillige Hybridveranstaltung aus Jahrmarkt und Gewerbeschau, ist er heute eher ein kleiner aber feiner Jahrmarkt. 

Auf dem Jahrmarktsteil, der auf der südlichen Hälfte des Festplatzes untergebracht ist, findet man die übliche Mischung aus Fahrgeschäften, Imbissstände, Gartenwirtschaften und Jahrmarktsbuden. War früher der Pfingstmarkt eine Gewerbeschau, steht heute der Jahrmarkt im Fokus. Zwar gibt es keine Messezelte mehr wie früher, dafür jedoch eine Händlermeile, auf der sich in erster Linie regionale Gewerbetreibende und lokale Einrichtungen präsentieren. Auf großes Interesse stieß in diesem Zusammenhang die Eigenpräsentation des THW. Neugierige können wahrscheinlich auch 2024 einen Blick auf die Gerätschaften werfen, mit denen im schlimmsten Fall Leben gerettet werden. Der Eintritt zur Händlermeile und zum Jahrmarkt ist frei. Während der Jahrmarkt bis 23 Uhr geöffnet ist, schließt der Gewerbeteil bereits um 21 Uhr. Im Übrigen hat selbst der Wormser Pfingstmarkt einen historischen Hintergrund. Da die Stadt durch Kaiser Friedrich II. bereits 1243 Marktrechte verliehen wurden, war es den Wormsern nun möglich, in der Zeit nach Ostern für zwei Wochen einen Jahrmarkt abzuhalten. Sein heutiges Gesicht erhielt der Markt wiederum 1972. 

Infos: www.wormser-pfingstmarkt.de


Spectaculum vom 30. Mai bis 01. Juni im Wormser Wäldchen

Der Mittelaltermarkt, der auf einer grünen Wiese im Wormser Wäldchen zu finden ist, gehört im Süden Deutschlands zu den größten seiner Art. Rund 20.000 Menschen strömen regelmäßig an diesem Wochenende in den Stadtpark, um zwischen römischen Legionären, Fantasiegestalten und natürlich Rittern die Zeit zu verbringen. Geboten wird für ein bescheidenes Eintrittsgeld eine Mischung aus Händlermeile, selbstverständlich mit mittelalterlichen Produkten, Gauklermarkt, Open Air Festival (es gibt zwei Bühnen) und einem Zeltlager für Gewandete. Zudem werden publikumstauglich Feldschlachten inszeniert und Duelle mit Schwert und Morgenstern ausgetragen. Wer sich näher für die Lebensweise in mittelalterlichen Tagen interessiert, kann bei den verschiedenen Workshops fündig werden. Die meisten Angebote sind kostenfrei. Mittelalterliche Gewandung ist willkommen, aber nicht Pflicht bei diesem Eintauchen in eine andere Welt. Das Programm wird Mitte April bekanntgegeben. 

Weitere Infos (Programm, Zeiten, Preise etc.): https://www.spectaculum-worms.de


Wormser Kulturnacht am 28. Juni in der Wormser Innenstadt

Bei der Eröffnung der Kulturnacht erklärte Bürgermeisterin Stephanie Lohr mit Blick auf die Nibelungen: „Der wahre Wormser Schatz ist die Kultur. Das ist insofern korrekt, da die Kulturnacht eine Veranstaltung ist, in der sich in erster Linie lokale Kulturschaffende einem Publikum präsentieren. Zugleich kann man in dieser Nacht, oder besser gesagt Abend, ganz viele Schätze finden. Egal ob Malerei, Musik, Theater, Kino oder andere Ausdrucksarten, die Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm. Neben Kultur satt, bietet dieser Samstagabend zudem die Möglichkeit, flanierend mit einem Glas Wein in der Hand, die schönsten Ecken der Nibelungenstadt zu entdecken und ein bisschen näher kennenzulernen. Die Veranstaltung beginnt in der Regel um 19 Uhr. Manche Programmpunkte starten bereits ein wenig früher. In den vergangenen Jahren konnten Besucher/innen zwischen insgesamt 30 Programmpunkten an ebenso vielen Orten wählen. Da sollte mit Sicherheit für jeden etwas dabei sein. Da die Veranstaltung kostenpflichtig ist, muss man vorher ein Bändchen an einer der Abendkassen oder im Vorverkauf erwerben. Mit dem hat man an allen Örtlichkeiten Zutritt. Das Bändchen ermöglicht auch tagsüber den kostenfreien Besuch in den Wormser Museen (Andreasstift, Heylshof, Raschihaus). Mit gerademal 12 Euro, ist das Bändchen ein kostengünstiger Schlüssel zu den wahren Wormser Schätzen. 

Infos: www.worms-erleben.de/erleben/erleben-und-feiern/veranstaltungen/Kulturnacht/


Herrnsheimer Weinsommer Termin im Juli 

Rund um das Schloss Herrnsheim finden in jedem Jahr in dem Wormser Vorort abwechslungsreiche Veranstaltungen statt. Egal ob „Der Park der elektronischen Tanzmusik“, „Wine Slam“ oder diverse Kinderveranstaltungen, es lohnt sich die Reise in den Vorort auf sich zu nehmen und unter anderem den Schlosspark vollkommen neu zu erleben.

Fotos von Thomas Schäfer

https://sommer-herrnsheim.de/


Nibelungen-Festspiele „See aus Asche“ vom 11. Juli bis 27. Juli 

2002 debütierten die Nibelungen-Festspiele. Zwischenzeitlich gehören sie zu den renommiertesten Theaterfestivals im deutschsprachigen Raum. Seit 2015 lenk der nicht minder renommierte Filmproduzent Nico Hofmann als Intendant die Geschicke des Festivals. Dabei zeigt sich, dass die man die bekannte Sage um Siegfried den Drachentöter und den Finsterling Hagen abseits eines simplen Sagentableaus auch durchaus ambitioniert erzählen kann. Um das zu erreichen, laden die Festspiele immer wieder angesagte Autoren ein, die Nibelungensage neu zu denken. Die Liste der Autoren liest sich dabei wie ein who is who der deutschen Literaturszene. Thomas Melle, Albert Ostermaier, Feridun Zaimoglu oder auch Ferdinand Schmal sorgten für sprachlich frischen Wind im angestaubten Nibelungen Kosmos. In diesem Jahr erzählt der gefeierte Autor Roland Schimmelpfennig die tragische Geschichte unter dem Titel „See aus Asche“ neu. Inszeniert wird die Geschichte von der nicht minder angesagten Theaterregisseurin Mina Salehpour. Ganz im Sinne eines aufregenden Theaters mit aufregenden Kulturschaffenden betonte Intendant Nico Hofmann bei einer Presseveranstaltung zu dem kommenden Stück: „Es macht uns stolz, dass wir mit Roland Schimmelpfennig erneut einen der renommiertesten Theaterautoren der deutschsprachigen Theaterwelt für Worms gewinnen konnten“. 

Tatsächlich gehört der 1967 geborene Schimmelpfennig zu den derzeit meistgespielten deutschsprachigen Dramatikern der Gegenwart. Seine Stücke werden an allen wichtigen deutschsprachigen Bühnen uraufgeführt und in mehr als 40 Ländern weltweit nachgespielt. Zudem veröffentlichte er bisher drei Romane. Zu seinem letzten Werk „Die Linie zwischen Tag und Nacht“ finden Sie eine Buchbesprechung auf Seite 62. Während er in seinem Roman seinen Protagonisten Tommy durch das Berlin der Gegenwart streifen lässt, taucht er mit seinem Stück „See aus Asche“ in den komplexen Nibelungenkosmos ein. Wie er die Zuschauer in die Welt der Nibelungen entführen möchte, darüber unterhielt er sich bei dieser Veranstaltung mit dem künstlerischen Leiter der Festspiele, Thomas Laue. Gleich zu Beginn betont er: „Es gibt nicht viele Epen, die mich als Theatermacher so geprägt haben wie der Sagenkreis um die Nibelungen.“ Ganz in diesem Sinne begnügt sich der Autor auch nicht damit, eine einzelne Episode aus der Sage zu picken, wie das bei „Der Diplomat“ geschah, sondern Schimmelpfennig möchte nichts weniger, als die komplette Geschichte erzählen. Beginnend mit Siegfried der auszieht, die Welt zu erobern, dabei den Drachen tötet und damit den sagenumwobenen Schatz und die nicht minder legendäre Tarnkappe erbeutet. „See aus Asche“ erzählt aber auch von Hagen von Tronje, der den Drachentöter sofort als gefährlichen Konkurrenten identifiziert, nur um ihn dann geschickt als Spielfigur in seinen Machtspielen zu instrumentalisieren. Und natürlich gibt es ein Wiedersehen mit Kriemhild und Brunhild, den beiden ungleichen Frauen, deren Schicksal so eng miteinander mit dem vermeintlichen Held Siegfried verknüpft wird und schließlich geht es noch um den Verrat und den daraus resultierenden Hass. 

Viel Stoff für einen Abend. Dementsprechend räumte Schimmelpfennig ein, dass er eigentlich sechs Stunden bräuchte, aber in Worms drei Stunden reichen müssen. „Da werden ganze Kosmen entworfen“, schwärmte Schimmelpfennig selbstbewusst und versprach, dass die Aufführung eine große Reise werde. „Vom Drachenblut bis zum heimtückischen Mord – das ist ein Ganzes, das wollte ich bewahren“, erklärte er seine Motivation. Schimmelpfennig versprach zudem, dass in seiner Erzählung der Drache eine besondere Rolle einnehmen werde, denn der sei bisher unterrepräsentiert. Wer nun eine klassische Erzählung erwartet, sei allerdings gewarnt. Auch wenn Schimmelpfennig deutlich mehr fantastische Elemente aufgreifen möchte, betonte er: „Es darf nicht nach Talg und Kostüm und Perücke riechen.“ Verantwortlich dafür, wie schließlich die Nibelungen auf die Bühne kommen werden, ist die gefragte Regisseurin Mina Salehpour. „Ich bin froh, dass es eine Geschichte ist“, erklärte sie und betonte, dass sie als Regisseurin schließlich eine Geschichtenerzählerin sei. Auch wenn sie zum ersten Mal auf einer großen Open Air Bühne inszeniert, verspüre sie keine Angst. Ganz im Gegenteil betonte sie: „Wir werden alle gemeinsam diesen fantastischen Text in kraftvolle Bilder hüllen und den Figuren eine Welt bauen, in dem sie ihre Kraft entfalten können.“ Am Ende der informativen Gesprächsrunde verwies Thomas Laue noch auf den Vorverkaufsstart. Dieser läuft seit dem 31. Oktober und lockt noch bis zum 24. Dezember mit einer rabattierten Weihnachtskation.

Begleitet werden die Festspiele von einem Kulturprogramm. Das Programm ist breit gefächert und reicht von Konzerten bis zu einem wissenschaftlichen Kolloquium der Nibelungenliedgesellschaft. Beschlossen werden die Festspiele mit der Verleihung des Mario-Adorf-Preises, der am letzten Festspiel Sonntag für besondere künstlerische Leistungen im Rahmen der aktuellen Inszenierung verliehen wird. Im vergangenen Jahr erhielt der Regisseur Roger Vontobel den mit 5.000 Euro dotierten Preis. Vontobel inszenierte bereits dreimal erfolgreich die Nibelungen auf der großen Bühne vor dem Wormser Dom.   

Tickets und weitere Informationen finden Sie hier: https://www.nibelungenfestspiele.de/nibelungenfestspiele/2024/Programm/Kulturprogramm-2024.php

Ein fester Bestandteil der Nibelungen-Festspiele sind die „Theaterbegegnungen“. Am Sonntagmorgen (13.07.) ab 11 Uhr treffen sich in der heimeligen Atmosphäre des Heylshofparks Intendant Nico Hofmann, Regisseur Roger Vontobel, die Autoren sowie der künstlerische Leiter Thomas Laue zum Interview. Moderiert wird die Veranstaltung von dem bekannten Filmkritiker Rüdiger Suchsland. Inhaltlich setzt sich die Gesprächsrunde mit den Hintergründen des Stücks ein, reflektiert aber auch die ersten Reaktionen von Zuschauer und Kritiker. Zwischen den Gesprächsrunden gibt es an dem Vormittag auch musikalische Kostproben der Musiker des Stücks „Der Diplomat“.  

Familien können sich auf den Kinder- und Familientag (20. Juli) freuen. An diesem Tag muss sich muss sich die gediegene Festspielidylle im Park dem bunten Treiben der Kinder beugen. Theatervorstellungen, Basteln, Schminken, Walking Acts und Spielangebote versprechen einen hohen Spaßfaktor. Die Veranstaltung ist kostenlos. Tickets sind dennoch notwendig. Diese müssen vorher über den Ticket Service der Festspiele geordert werden. 

Infos und Tickets: www.nibelungenfestspiele.de 


Wasserturmstraßenfest August 2025 (Termin folgt noch)

Es ist nicht das einzige, aber wohl das älteste und kultigste Straßenfest in Worms. Umgeben von schattenspendenden Bäumen und geschichtsträchtigen Jugendstilhäusern, wird in der Wasserturmstraße einmal im Jahr das Leben und die Kultur gefeiert. Wichtig ist, dass das Fest sich ausdrücklich nicht nur an Nachbarn richtet, sondern explizit an alle, die einfach den Sommer genießen wollen. 


Jazz & Joy vom 15. bis 17. August 

Seit 33 Jahren gehört das Festival zu den regionalen Topfestivals. Wie der Name schon verrät spielt Jazz eine nicht ganz unwichtige Rolle. Dominiert wird das Programm allerdings vom Joy Faktor. Verteilt auf vier Bühnen rund um den Wormser Dom hat der Zuschauer die Möglichkeit, rund 30 Bands an diesem Wochenende zu lauschen. Ebenso lädt das Festival zum gemütlichen Flanieren ein, das wiederum von  zahlreichen Gastronomen und Winzern, die Wein und andere Köstlichkeiten auch außerhalt der Festivalbühnen anbieten, begleitet wird. Die größte Bühne befindet sich auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Im vergangenen Jahren begeisterten dort Größen wie Alvaro Soler, Ray Wilson und Gentleman oder auch Tony Hadley (Spandau Ballett). Außer dass in diesem Jahr die britische Kult Band Level 42 auftritt, ist das Programm für 2025 noch nicht weiter bekannt.  

Tickets und Infos zum Programm: www.jazzandjoy.de


Backfischfest vom 24. August bis 1. September

Für nicht wenige Wormser ist es der definitive Jahreshöhepunkt, das Wormser Backfischfest. Zugleich ist es das größte Fest entlang des Rheins, das Volksfest und Weinfest miteinander kombiniert. Für Weinfreunde sind beliebte Anlaufpunkte der Wonnegauer Weinkeller, in dem sich rund 50 rheinhessische Winzer mit ihren Rebensäften versammeln, und der Stiftskeller, der ebenfalls eine stattliche Zahl von Weinen aus Rheinhessen, aber auch aus der Pfalz präsentiert. Der Wonnegauer Weinkeller, der in einem Zelt untergebracht ist, fast knapp 2.000 Besucher. Das bedeutet in normalen Zeiten, dass es insbesondere am Wochenende in dem Zelt sehr voll ist. Man darf getrost davon ausgehen, dass in Zeiten von Corona die Zahl des Publikums etwas kleiner ausfallen dürfte. Neben köstlichen Weinen lockt der „Weinkeller“ auch mit Live Musik und DJ Partys, bei denen das ein oder andere Paar im Laufe des Abends schon zueinander gefunden haben soll. Der Festplatz selbst wird zusätzlich gesäumt von Fahrgeschäften, inklusive des für das Backfischfest obligatorischen Riesenrades, Jahrmarktsbuden wie Dosen- oder Pfeile werfen sowie einer vielfältigen Gastronomie.

Selbstverständlich gehört auf einem Backfischfest auch ein ordentlicher Backfisch, den man in der Fischbraterei unweit des Weinkellers bekommt. Das Wort Backfisch hat in Bezug auf das Fest eine doppelte Bedeutung. Einmal bezieht es sich auf die Fischerzunft, die in Worms am Rhein in früheren Jahren stark vertreten war, andererseits bezieht sich das Wort auf junge, hübsche Frauen. So gibt es auch in jedem Jahr eine offizielle Backfischbraut. Die ist wiederum an der Seite des „Bojemääschters vun de Fischerwääd“ zu finden. Die Fischerwääd, es gibt eigentlich zwei davon, nämlich die Große und die Kleine, ist wiederum eine Straße, in der einst hauptsächlich Fischer lebten. Heute steht die Straße, die in unmittelbarer Nähe des Festplatzes ist, für das Brauchtum jener Zunft. Ein Museum in der Großen Fischerweide (so heißt sie im ordentlichen Amtsdeutsch) erinnert an diese für Worms wichtige Berufsgruppe. An einem Tag, nämlich am Backfischfest Mittwoch, wird in dieser Straße auch die Fischerwääderkerb gefeiert. Zum Begleitprogramm des Zehn-Tages-Festes gehört neben dieser Kerb auch ein aufwendiger Umzug am ersten Sonntag, der durch die gesamte Innenstadt läuft und in der Fischerwääd endet. Beschlossen wird das Backfischfest am letzten Sonntag durch ein visuell berauschendes Feuerwerk über dem Rhein. 

Infos unter: www.backfischfest.de 


Fest der Kulturen (Mitte September, Termin folgt)

Auch das einzige Fest in der Stadt, das dem multikulturellen Worms ein Gesicht gibt, musste sich dem Virus beugen und findet in diesem Jahr nach zwei jähriger Abstinenz wieder an seinem angestammten Platz am Obermarkt statt. Veranstaltet wird dieses Treffen der Kulturen vom „Interkulturellen Runden Tisch“. Neben allerlei Leckereien der teilnehmenden Verbände gibt es dort jede Menge Informationen und ein kleines, aber feines Kulturprogramm. Gerade in einer Stadt wie Worms, deren Migrationshintergrund in der Bevölkerung bei mittlerweile rund 48 Prozent liegt, kommt diesem Fest eine besondere Bedeutung zu, denn der Schlüssel zu einem friedliche Miteinander liegt im Verständnis für die andere Kultur und die kann man dort kennenlernen. 

Infos und Link folgt noch 


Mantelsonntag (Aktionswochenende) am 25. Und 26. Oktober

Verkaufsoffener Mantelsonntag, Herbstmarkt, Allerheiligenmarkt und Autoausstellung laden am letzten Oktoberwochenende zum Herbst-Shopping in die Wormser Innenstadt ein. Eine schöne Gelegenheit, sich mit der neuesten Herbst- und Wintermode einzudecken, dabei mal wieder einen oder auch zwei Gläser Wein zu trinken und mit netten Menschen zu plaudern.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.worms-erleben.de/erleben/erleben-und-feiern/veranstaltungen/Einkaufstage/mantelsonntag.php#:~:text=Das%20Aktionswochenende%20Mantelsonntag%20findet%20voraussichtlich,und%2026.10.2025%20statt.


Wormser Weinmesse am 8. und 9. November 

Wie in meinem Blog an anderer Stelle erwähnt ist Worms die drittgrößte weinbautreibende Gemeinde in Deutschland und Rheinhessen wiederum das größte Anbaugebiet. Was liegt also näher, viele Winzer einem Ort zu versammeln, um gemeinsam den Menschen einen Überblick auf die vielfältigen Erzeugnisse zu gewähren. Beim Überblick soll es aber nicht bleiben, denn das Probieren kann durch keine Broschüre und keine Unterhaltung ersetzt werden. Doch Vorsicht, wer den Ehrgeiz hat, alle Weine kennenzulernen, sollte zuvor gut gespeist haben. Bei rund 30 Winzern und dementsprechend rund 300 bis 350 Weinen im Angebot, ist es nahezu unmöglich, eine Gesamtübersicht zu bekommen. Viele Besucher entscheiden sich daher für einen zweitägigen Besuch der Messe. Während der Samstag den Weißweinen gehört, widmet man sich am Sonntag ausgiebig den Rotweinen und Rosés. 

Infos: https://www.das-wormser.de/das-wormser/wormser-weinmesse/


Wormser Weihnachtsmarkt – Ende November bis zum 23. Dezember in der Innenstadt

Wahrscheinlich dürfte die Wormser Weihnacht einer der wenigen Weihnachtsmärkte sein, dessen Route sich direkt durch eine Fußgängerzone schlängelt und somit den Weihnachtseinkauf perfekt mit einem Glühwein Plausch kombiniert. Rund 35 Buden schlängeln sich durch die Innenstadt. Wie in anderen Städten gibt es auch hier die bewährte Mischung aus Glühwein, Bratwurst, Crêpes und allerlei Händler, die mal mehr, mal weniger weihnachtliches anbieten. Ein interessanter Hingucker sind die sogenannten Wechselbuden. Die können von Vereinen, Geschäfts- oder auch Privatleuten angemietet werden und garantieren zwischen Stricksocken und Duftkerzen ein gewisses Maß an Abwechslung. Was man auf keinen Fall versäumen sollte, ist ein Besuch bei dem Öko-Winzer Helmut Kloos (siehe auch Vino et Musica) Am Römischen Kaiser, der in diesen Wochen zum Philosophenplatz um deklariert wird. Der Winzer schenkt nicht einfach nur seinen Glühwein aus. Nein, Helmut Kloos lebt diesen Markt. So lässt er sich in jedem Jahr eine Rahmengeschichte für seine Bude einfallen, die auf amüsante Art und Weise aktuelle Themen aufgreift. Kultverdächtig sind seine Handpuppen (!) die „Glühweingretel“ und Frau „Kuddelmuddel“, die auch gerne mal mit den Gästen einen kleinen Plausch abhalten. Kloos sorgt mit Konzerten, kleinen Lesungen oder dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern für ein buntes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Highlight ist natürlich der würzige Bio Glühwein, der direkt vor Ort angesetzt wird und somit an Frische nicht zu toppen ist. Der Glühwein ist in Weiß und Rot erhältlich. Wer es alkoholfrei mag, sei der Wunschpunsch wärmstens empfohlen. Während die meisten Glühwein Gastronomen als alkoholfreie Variante erwärmte Säfte verkaufen, ist auch der Wunschpunsch eine dem Glühwein ebenbürtige Kreation, dessen Rezept der Winzer natürlich nicht verrät. Der größte Glühweintreff befindet sich wiederum auf dem Obermarkt vor dem Amtsgericht. Dort bieten zwei Schaustellerfamilien ihre wärmenden Getränke an. Hier setzt man weniger auf Kultur. Im Mittelpunkt steht eher eine Apres Ski Stimmung, sodass es für jeden Weihnachtsmarktbesucher möglich sein sollte, ein besinnliches Plätzchen für unterschiedliche Ansprüche zu finden. 


SchUM Kulturtage (Oktober 2025)

Unbekannt sind ebenfalls die Termine und Inhalte der diesjährigen „SchUM Kulturtage“, die auch unter dem Namen „Jüdische Kulturtage“ zu finden sind. Dieser Reihe, die es seit ein paar Jahren gibt, kommt nach der Aufnahme in die Unesco Welterbe Liste eine ganz besondere Bedeutung zu. Denn schließlich reicht es nicht, das historische Erbe zu verwalten, sondern es soll auch mit Leben gefüllt werden. Dazu gehörte im vergangenen Jahr die Veröffentlichung eines zweiten Buches zu den in Worms verlegten „Stolpersteine“ oder die eindrucksvolle Dauerlesung „Ich will Zeugnis ablegen…“ mit regional bekannten Rezitator Karl-Heinz Deichelmann. Man darf also gespannt sein, was dieses kleine, aber feine Kulturfestival in diesem Jahr zu bieten hat. Die Kulturtage werden mit den beiden anderen Welterben Städte Mainz und Speyer koordiniert, da auch dort Veranstaltungen stattfinden. 

Infos: https://schumstaedte.de/schum/juedische-kulturtage/

Nibelungen-Festspiele 2024: Der Diplomat

Unter dem Titel „Der Diplomat“ steht in diesem Jahr die Sagenfigur Dietrich von Bern im Mittelpunkt des Geschehens. 

Während sich die beiden Autoren in „Siegfrieds Erben“ mit den Folgen des Gemetzels an Etzels Hof auseinandersetzten, kehren sie nun an den Vorabend des Krieges zurück. Jener Moment, als Dietrich von Bern im Wissen, dass Kriemhild Rache üben möchte, den Wormsern entgegen reitet, um die Katastrophe noch abzuwenden. War Dietrich von Bern bisher eher eine Nebenfigur, steht er dieses Mal im Mittelpunkt der Erzählung. Inspiriert wurden die Autoren von den realen Ereignissen rund um den Überfall Russlands auf die Ukraine und den bisher vergeblichen Vermittlungsversuchen. Von Bern ist ein Mann des Krieges, der auf dem Schlachtfeld schmerzhaft lernen musste, was Krieg verursacht, einschließlich des Selbstmordes seiner Frau. Nun ist der einstige König ohne Land und verdingt sich für König Etzel, der im Übrigen in der Aufführung nicht vorkommen wird, als Brautwerber. Das Objekt der Begierde ist Kriemhild. Doch der Recke ahnt, dass die Geschichte nicht gut ausgehen wird. Am Wormser Hof angekommen, muss er bald erkennen, dass der Geist von Siegfried allgegenwärtig ist, während in Kriemhild das kompromisslose Verlangen nach Rache erwacht. Zudem muss sich Dietrich von Bern seinen eigenen Dämonen der Vergangenheit stellen. Nichts Gutes ahnend, hofft er, Schlimmeres verhindern zu können. Theorien besagen, dass die Sagenfigur des Dietrich von Bern an den historischen Ostgotenkönig Theoderich den Großen angelehnt ist, der in der Provinz Ravenna herrschte. Das Bern im Namen des Exil Königs Dietrich steht übrigens nicht für die Schweizer Stadt, sondern für den mittelalterlichen Namen des italienischen Verona in Anlehnung an das Vorbild Ravenna. 

Bezüglich des Anti-Kriegs-Ansatzes des aktuellen Stücks erklärt Hagen Darsteller Thomas Loibl: „Auf der Bühne können Kulturschaffende Themen buchstäblich durchspielen, ohne dass jemand leiden oder gar sterben muss. Und, noch wichtiger: Theater kann eine Diskussion in Gang bringen. Eine, die, wenn man es ganz idealistisch betrachtet, am Ende vielleicht doch ein kleines Stück dazu beitragen kann, dass Dietrichs Streben nach Frieden zum Ziel führt.“ Regisseur Roger Vontobel unterstreicht die Herangehensweise mit dem Satz: „Antworten sind nicht das richtige Mittel im Theater. Ich mag offene Enden, die Perspektive der Möglichkeit. Denn eine Zerstörung ist gleichzeitig auch die Möglichkeit eines neuen Anfangs einer anderen Person oder einer anderen Situation. Es ist also nicht einfach eine Apokalypse, sondern für eine Gruppen von Menschen ein Neubeginn.“

Das Ensemble

Star ist in diesem Jahr ist ganz klar Jasna-Fritzi Bauer. Bekanntheit erlangte die 1989 geborene Schauspielerin vor allem durch ihre Rolle als Kommissarin Liv Moormann im Bremen „Tatort“. Auch auf der Kinoleinwand ist sie ein gern gesehener Gast. So zum Beispiel in „About a Girl“, für den sie 2015 mit dem Bayerischen Filmpreis als „Beste Nachwuchsschauspielerin“ 2015 ausgezeichnet wurde. Neben Moritz Bleibtreu spielte sie 2018 in der Sebastian Fitzek Verfilmung „Abgeschnitten“. Seit dem 30. Mai ist sie auch in der Amazon Serie „Viktor Bringts“ zu sehen. Die nächsten sechs Wochen wird sie indes in Worms verbringen.

Aufmerksamkeit erregte sie zudem durch ihr Outing. In einem exklusiven Interview mit Fotostrecke für die Juni-Ausgabe der Vogue. Dort schilderte sie, dass sie jahrelange ihre Beziehung mit der Künstlerin Katharina Zorn und deren gemeinsame Tochter geheim hielten. Mit Katharina Zorn spricht sie auch jeden Dienstag in dem Podcast „Messed up“ auf amüsante Weise über die Untiefen des Internets, die Herausforderungen des Alltags und natürlich den Beruf. In „Der Diplomat“ stellt sie sich der Herausforderung, die von Trauer und Hass zerrissene Kriemhild zu spielen. 

Franz Päzold, der bereits unter der Regie von Roger Vontobel 2022 in dem Stück „hildensaga.ein königinnendrama“ König Gunther spielte, verkörpert in diesem Jahr die Hauptrolle, nämlich Dietrich von Bern. Der 1989 in Dresden geborene Schauspieler hat schon in zahlreichen Fernsehfilmen und Serien mitgewirkt, beispielsweise in „Tatort“- oder „SOKO“-Produktionen. Auch auf der Theaterbühne stand Pätzold schon oft, vor allem im Residenztheater München und im Burgtheater Wien. Doch die Nibelungen-Festspiele haben es ihm offenbar besonders angetan. Er gab Worms den Vorzug vor den Salzburger Festspielen, die in diesem Sommer auch für ihn infrage gekommen wären. Als Gründe gab er hierfür die bessere Bezahlung sowie die deutlich kürzere Spielzeit an. Zu seiner Rolle erklärte er: „Wir lesen Dietrich von Bern als moralische Figur, weil er von etwas überzeugt ist. Aber vielleicht ist er gar nicht moralisch, er hat ja auch egoistische Motive.“ 

In der Rolle des sinisteren Strippenziehers der Burgunder Familie, Hagen, ist der 55 jährige Schauspieler Thomas Loibl zu sehen. Loibl ist ein gefragter Filmschauspieler und stand in den vergangenen Jahren für so unterschiedliche Produktionen wie „Die Wannseekonferenz“, „Jackpot“ und zuletzt für „Tatort“ vor der Kamera. Nach einer dementsprechend längeren Theaterpause freut er sich auf die Rückkehr auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Seinen Hagen sieht Loibl indes nicht als mittelalterliche Badass, wie er zumeist dargestellt wird. Für den Schauspieler ist der Charakter deutlich komplexer. So erklärte er bei der Pressekonferenz: „Warum sollte so jemand wie Hagen nicht auch mal recht haben damit, die überlieferten Regeln und Gesetze zu bewahren in all dieser aktuellen Hysterie?“

Der Regisseur 

Regie führt erneut der Schweizer Regisseur Roger Vontobel, der bereits 2018 bei „Siegfrieds Erben“ Regie geführt hat, und dessen spektakuläre Wormser Inszenierung von Ferdinand Schmalz‘ „hildensaga“ 2022 ebenfalls Zuschauer und Kritik begeistern. Wenn man mit ihm spricht, spürt man geradezu die Energie und die Lust am künstlerischen Schaffen. So fragte ich den Regisseur, warum er sich immer wieder dem Mythos Nibelungen widmet. Bereits bevor er in Worms 2018 erstmals in Erscheinung trat, inszenierte er Friedrich Hebbels „Die Nibelungen“. Im sympathischen Plauderton erklärte er mir: „Es ist einfach ein Faszinosum an sich. Ich vergleiche es immer mit „Star Wars“. Das Universum ist sozusagen unergründlich und riesig. Die Nibelungen sind ein Sammelsurium an Geschichten, an Vernetzungen und immer wieder auch ein Spiegel in unsere Zeit. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto faszinierender finde ich dieses Universum.“ Natürlich gehen mit dem Namen Vontobel auch Erwartungen einher. Aber erzeugen diese Erwartungen auch Druck? „Druck ist immer da! Finden die Leute gut was ich mache oder eben nicht. Vielmehr überwiegt aber die Freude. Ich mag es, Geschichten groß zu erzählen und das kann ich hier in Worms“, schildert Vontobel den Umgang mit dem Druck. Erwartungen hat auch Intendant Nico Hofmann. Dieser begründet die Entscheidung, den Schweizer ein drittes Mal nach Worms zu holen, damit, dass Vontobel eine Gabe habe, beeindruckende Bilder zu inszenieren und dennoch die Geschichte fest im Blick zu haben.

Die Autoren ´

Es ist nach „Siegfrieds Erben“ (2018) der zweite Besuch der Autoren Duos Feridun Zaimoglu und Günter Senkel in Worms. Die Idee, die Geschichte aus der Perspektive Dietrich von Berns zu erzählen, stammt von Thomas Laue (künstlerischer Leiter der Nibelungen-Festspiele), wie Mit-Autor Günter Senkel bei der Pressekonferenz zum Stück verriet. Gefragt, warum sie nach „Siegfrieds Erben“ erneut in den Nibelungenkosmos eindringen, erklärte Senkel, dass sie die Idee spannend fanden. Außerdem hätten sie eine Leitlinie: „Wir versuchen das erzählen, wo es Leerstellen gibt und so sind wir auf Dietrich von Bern gestoßen“. Insofern sei es für sie vorstellbar, noch ein weiteres Stück zu erfassen. Tatsächlich ist „Der Diplomat“ bereits die vierte Auseinandersetzung des Autorenduos mit den Nibelungen. 2015 schrieben sie schon einmal ein Stück für das Münchner Volkstheater. Zuletzt erzählten sie am Düsseldorfer Schauspielhaus Richard Wagners „Rheingold“ als „Eine andere Geschichte“. Im Übrigen auch inszeniert von Regisseur Roger Vontobel. Bei der Pressekonferenz gab Zaimoglu eine wortgewaltige Kostprobe und las einen Monolog Kriemhilds. Die Szene: Siegfried ist tot. Sein Leichnam ist aufgebahrt in einer Halle, blutet aber dennoch): „Wenn dein Mörder an deine Bahre tritt, quellt dir das Blut aus dem Körper. Du bist tot, du solltest nicht bluten“. Doch die Verwunderung der trauernden Witwe weicht bald der Wut: „Verflucht sei meine Sippe. Verfaulen sollen ihre Seelen.“ Schließlich kündigt sie an: „Ich bin der blendend weiße Geist, der durch die Kammern streift“. Nicht unbedingt die beste Voraussetzung für Dietrich von Bern, der im Auftrag Etzels um die Witwe werben soll. Wie dies Brautwerbung schlussendlich verläuft, das erfahren wir am 12. Juli, den an diesem Tag erlebt das Stück seine Premiere und wird anschließend noch bis zum 28. Juli gespielt. 

Besuchenswert ist natürlich auch das Kulturprogramm. Dort gibt es auch eine Rückkehr eines altbekannten Festspiel Namens, nämlich der Autor Albert Ostermaier. Der bekannte Münchner Literat schrieb von 2015 bis 2017 für die Festspiele. Für das Kulturprogramm der Festspiele schrieb er nun das Stück „Falsche Götter“. Im Mittelpunkt des Stücks stehen drei Nornen. Nornen sind in der nordischen Mythologie schicksalsbestimmende weibliche Wesen, von denen einige von Göttern, andere von Zwergen oder Elfen abstammen sollen. Mahnend kommentierten sie mit ihrem unheimlichen Auftreten die Handlungen der Figuren, ehe diese selbst ahnten, wie diese sich im Netz des Schicksals verhedderten. In dem Stück spinnen und spannen sie, als drei das Schicksal raunende Göttinnen der nordischen Mythologie, die Lebensfäden. Sie verweben und verknoten die Handlungen und Beziehungen der „Nibelungen“-Sage immer wieder neu und unerwartet zu einer Erzählung, in der sich verschiedene Zeit- und Stilebenen gegenseitig durchdringen. Zwei der drei Nornen werden hierbei von Schauspielerinnen gespielt, die bei den Festspielen ebenfalls keine Unbekannten sind. So kehren in diesem Jahr Dennenesch Zoudé und Wiebke Puls wieder zurück nach Worms. Wiebke Puls war eine der ersten, die bei den Festspielen in dem Stück „Brünhild“ (2003) in der titelgebenden Rolle zu sehen war. Dennenesch Zoudé war 2016 Ensemblemitglied in dem Stück „Gold“. Die dritte im Bunde ist Sophie von Kessel, die zum ersten Mal im Kulturprogramm der Festspiele mitwirkt. Die Schauspielerin spielte, parallel zur ihrer Bühnenkarriere an den renommierten deutschsprachigen Schauspielhäusern, an einer Vielzahl erfolgreicher Fernseh- und Kinoproduktionen mit („Der Taunuskrimi“, „Ein starkes Team“, „Tatort“). Regie führt der renommierte Opern- und Theaterregisseur Ludger Engels.

Tickets und weitere Informationen zu „Der Diplomat“ und den Nibelungen-Festspielen finden Sie hier: www.nibelungenfestspiele.de

Das Wormser Kultur- und Veranstaltungsjahr 2024

Dass Worms reich an Kultur und Geschichte ist, darauf habe ich in diesem Blog schon mehrfach hingewiesen. Doch Geschichte will auch gelebt werden! Ganz in diesem Sinne finden sich in Worms zahlreiche Feste und Kulturveranstaltungen, die mit der 2000 jährigen Stadthistorie verknüpft sind. Neben diesen, sagen wir mal Nischenveranstaltungen wie „wunderhoeren“ oder die „SchUM Kulturtage, gibt es in der Stadt aber auch zahlreiche Veranstaltungen, die Jung und Alt gleichermaßen erfreuen können. Dazu gehört natürlich das größte Wein- und Volksfest am Rhein, das Backfischfest. Wer musikalische Zerstreuung sucht, dürfte bei Jazz & Joy gut aufgehoben sein und wer lieber sich mit der Wormser Weinkultur beschäftigen möchte, bekommt ebenfalls einiges geboten. Nachfolgend habe ich für interessierte Worms Besucher eine kleine Übersicht der wichtigsten und interessantesten Festen / Veranstaltungen erstellt und praktischerweise die dazugehörigen Links eingefügt:  

Hollyworms – Die lange Kurzfilmnacht am 13. April im Wormser Mozartsaal

Da in diesem Jahr dieses Minifestival seinen 10. Geburtstag feiert, habe ich als Gesprächspartner deutschlands erfolgreichsten Filmproduzenten, Nico Hofmann (“Der Medicus”, “Der Junge muss an die frische Luft”), zu Gast. Neben einer erfolgreichen Karriere beim Film ist Hofmann auch seit 2015 Intendant der Nibelungen-Festspielen. Seit dieser Zeit trägt sich der Produzent auch mit dem Gedanken, aus dem legendären Sagenstoff eine Serie zu machen. Wie es um diese steht und warum er nach seinem Debüt als Regisseur (“Der Sandmann”) ins Produzentenfach wechselte, das möchte ich unter anderem in dem Gespräch klären.

Wenn sich der Mozartsaal in einen Kinosaal verwandelt, wissen passionierte Filmfreunde, dass es sich nur um Hollyworms handeln kann. Für mehrere Stunden steht der Mozartsaal ganz im Zeichen des Kurzfilms, die wiederum mit ihrer Bandbreite zu begeistern wissen. In Kooperation mit vier renommierten Hochschulen werden Kurzfilme unterschiedlichster Genres gezeigt. Bei den zum Teil preisgekrönten Kurzfilmen ist von spannenden Dramen über kurzweilige Komödien bis hin zu tiefgründigen Filmen alles dabei. Zwischen den Vorführungsblöcken bietet eine Talkrunde, die von mir selbst moderiert wird, Einblicke hinter die Kulissen des filmischen Schaffens. 

Der Eintritt zu Hollyworms ist frei. Los geht es bereits um 17 Uhr. 

 

Wormser Weinmeile vom 18. bis 21. April 2024

Dass in der drittgrößten weinbautreibenden Gemeinde Wein ein wichtiges Thema ist, ist natürlich klar. So laden ab Ende Februar bis Anfang November die „Marktwinzer“ zum samstäglichen Weingenuss in direkter Nachbarschaft zum Wochenmarkt. Ende April lädt wiederum entlang der historischen Stadtmauer zum Flanieren auf der Weinmeile. Entlang des Stadtmauergrabens präsentieren 20 Wormser Winzer aus Worms hochwertige Weine. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Begleitet wird der Weingenuss von Musikern, die auf zwei Bühnen entlang der Weinmeile zum Abrocken und Mitsingen einladen. Die Meile beginnt am Parmaplatz, also in unmittelbarer Nähe der Wormser Vinothek, und endet am „Wergers Eck“ gegenüber des jüdischen Friedhofs „Heiliger Sand“. Der Eintritt ist natürlich frei. 

Vino et Musica vom 9. bis 11. Mai im Weingut Helmut Kloos

Helmut Kloos ist ein echtes Wormser Original. Nicht nur dass er der erste Winzer in der Nibelungenstadt war, der bereits in den frühen 90er Jahre seinen Betrieb auf ökologischen Weinanbau umstellte, vielmehr steht sein Name auch für Kultur und eine verschmitzten, oftmals skurrilen Humor. Beides begegnet einem bei einem Besuch des beliebten Hoffestes Vino et Musica. Neben der Jahrgangspräsentation der 2021er Weine, bietet der Winzer am Christi Himmelfahrt Wochenende ein abwechslungsreiches Musikprogramm zwischen Folk, Rock und Weltmusik. Eröffnet wird das Programm am Feiertag mit einer Weinprobe. An drei Abenden verwandelt sich schließlich das kleine Weingut in einer Open Air Konzert Arena. Selbstverständlich werden zu allen Programmpunkten kleine pfälzische und rheinhessische Köstlichkeiten von deftig bis leicht gereicht. Wer mehr von Helmut Kloos hören und schmecken möchte, hat in der Adventszeit auf dem Wormser Weihnachtsmarkt dazu die Gelegenheit. Dort betreibt er regelmäßig seine Glühweinbude, die ebenfalls von einem unterhaltsamen Programm inklusive eines improvisierten Einhorn Karussells begleitet wird. 

Weitere Infos: www.weingut-kloos.de

Wormser Pfingstmarkt vom 18. bis 26. Mai auf dem Festplatz

Der Wormser Pfingstmarkt ist eine eigenwillige Hybridveranstaltung aus Jahrmarkt und Gewerbeschau. Auf dem Jahrmarktsteil, der auf der südlichen Hälfte des Festplatzes untergebracht ist, findet man die übliche Mischung aus Fahrgeschäften, Imbissstände, Gartenwirtschaften und Jahrmarktsbuden. War früher der Pfingstmarkt eine Gewerbeschau, steht heute der Jahrmarkt im Fokus. Zwar gibt es keine Messezelte mehr wie früher, dafür jedoch eine Händlermeile, auf der sich in erster Linie regionale Gewerbetreibende und lokale Einrichtungen präsentieren. Auf großes Interesse stieß in diesem Zusammenhang die Eigenpräsentation des THW. Neugierige können wahrscheinlich auch 2024 einen Blick auf die Gerätschaften werfen, mit denen im schlimmsten Fall Leben gerettet werden. Der Eintritt zur Händlermeile und zum Jahrmarkt ist frei. Während der Jahrmarkt bis 23 Uhr geöffnet ist, schließt der Gewerbeteil bereits um 21 Uhr. Im Übrigen hat selbst der Wormser Pfingstmarkt einen historischen Hintergrund. Da die Stadt durch Kaiser Friedrich II. bereits 1243 Marktrechte verliehen wurden, war es den Wormsern nun möglich, in der Zeit nach Ostern für zwei Wochen einen Jahrmarkt abzuhalten. Sein heutiges Gesicht erhielt der Markt wiederum 1972. 

Infos: www.wormser-pfingstmarkt.de

Spectaculum vom 10. Bis 12. Mai im Wormser Wäldchen

Der Mittelaltermarkt, der auf einer grünen Wiese im Wormser Wäldchen zu finden ist, gehört im Süden Deutschlands zu den größten seiner Art. Rund 20.000 Menschen strömen regelmäßig an diesem Wochenende in den Stadtpark, um zwischen römischen Legionären, Fantasiegestalten und natürlich Rittern die Zeit zu verbringen. Geboten wird für ein bescheidenes Eintrittsgeld eine Mischung aus Händlermeile, selbstverständlich mit mittelalterlichen Produkten, Gauklermarkt, Open Air Festival (es gibt zwei Bühnen) und einem Zeltlager für Gewandete. Zudem werden publikumstauglich Feldschlachten inszeniert und Duelle mit Schwert und Morgenstern ausgetragen. Wer sich näher für die Lebensweise in mittelalterlichen Tagen interessiert, kann bei den verschiedenen Workshops fündig werden. Die meisten Angebote sind kostenfrei. Mittelalterliche Gewandung ist willkommen, aber nicht Pflicht bei diesem Eintauchen in eine andere Welt. Das Programm wird Mitte April bekanntgegeben. 

Weitere Infos (Programm, Zeiten, Preise, Corona Regeln etc.): https://www.spectaculum-worms.de

 

 

Wormser Kulturnacht Ende Juni in der Innenstadt am 15. Juni 2024

Für den Wormser Kulturkoordinator Dr. David Maier ist die Kulturnacht das schönste Festival in der Innenstadt, da es eine Veranstaltung von Wormser für Wormser und Besucher sei. Bei der Eröffnung der Kulturnacht erklärte Bürgermeisterin Stephanie Lohr mit Blick auf die Nibelungen: „Der wahre Wormser Schatz ist die Kultur. Insofern kann man in dieser Nacht, oder besser gesagt Abend, ganz viele Schätze finden. Im Mittelpunkt stehen lokale Künstler/innen, die an ungewöhnlichen Orten verteilt in der Innenstadt ihre Kunst präsentieren. Egal ob Malerei, Musik, Theater, Kino oder andere Ausdrucksarten, die Besucher erwartet nach zwei jähriger Pause mit Sicherheit wieder ein abwechslungsreiches Programm. Für Besucher bietet dieser Samstagabend von Kultur zudem die Möglichkeit, flanierend mit einem Wein in der Hand, die schönsten Ecken der Nibelungenstadt kennenzulernen. Die Veranstaltung beginnt in der Regel um 19 Uhr. In den vergangenen Jahren konnten Besucher/innen zwischen 30 Programmpunkten an ebenso vielen Orten wählen. Da sollte mit Sicherheit für jeden etwas dabei sein. Da die Veranstaltung kostenpflichtig ist, muss man vorher ein Bändchen an einer der Abendkassen oder im Vorverkauf erwerben. Mit dem hat man schließlich an allen Örtlichkeiten Zutritt. Das Bändchen ermöglich auch tagsüber den kostenfreien Besuch in den Wormser Museen. Gerademal 12 Euro teuer, ist das Bändchen ein kostengünstiger Schlüssel zu den wahren Wormser Schätzen. 

Infos: www.worms-erleben.de/erleben/erleben-und-feiern/veranstaltungen/Kulturnacht/

Nibelungen-Festspiele „Der Diplomat“ vom 12. Juli bis 28. Juli 

Noch sind die Infos spärlich. Bekannt ist, dass in diesem Jahr ein kreatives Trio in Worms zusammen kommt, das bereits 2018 mit dem Stück „Siegfrieds Erben“ einen großen Erfolg verbuchen. Damals wie heute ist das Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel für die geschliffenen Worte verantwortlich. Die bildgewaltige Umsetzung garantiert der Schweizer Regisseur Roger Vontobel, der zuletzt 2022 „hildensaga. ein königinnendrama“ in Worms auf die mächtige Bühne vor dem Dom brachte. Der Theaterregisseur mit einem Faible für das Kino, ist bekannt dafür, seine Bühne dementsprechend wie eine Leinwand zu behandeln.  

Unter dem Titel „Der Diplomat“ steht in diesem Jahr die Sagenfigur Dietrich von Bern im Mittelpunkt des Geschehens. Während sich die beiden Autoren in „Siegfrieds Erben“ mit den Folgen des Gemetzels an Etzels Hof auseinandersetzten, kehren sie nun an den Vorabend des Krieges zurück. Jener Moment, als Dietrich von Bern im Wissen, dass Kriemhild Rache üben möchte, den Wormsern entgegen reitet, um die Katastrophe noch abzuwenden. War Dietrich von Bern bisher eher eine Nebenfigur, steht er dieses Mal im Mittelpunkt der Erzählung. Inspiriert wurden die Autoren von den realen Ereignissen rund um den Überfall Russlands auf die Ukraine und den bisher vergeblichen Vermittlungsversuchen. Beispielhaft schilderte Thomas Laue das Bild, das um die Welt ging, als Olaf Scholz an einem überdimensionalen Tisch Putin gegenüber saß, um den Krieg zu verhindern. Etwas, was ihm bekanntlich nicht gelang. Senkel bezeichnete dann auch diesen Konflikt, diplomatische Lösungen vs. Kriegstreiberei, als Urkonflikt. Das Spannende an Dietrich von Berns Figur sei dabei, das er als früherer König wisse, welches Leid der Krieg über die Menschen zu bringen vermag. Theorien besagen, dass die Sagenfigur des Dietrich von Bern an den historischen Ostgotenkönig Theoderich den Großen angelehnt ist, der in der Provinz Ravenna herrschte. Das Bern im Namen des Exil Königs Dietrich steht übrigens nicht für die Schweizer Stadt, sondern für den mittelalterlichen Namen des italienischen Verona in Anlehnung an das Vorbild Ravenna. Während Theoderich seinem Reich erhalten blieb, wurde die Sagenfigur Dietrich aus seinem Reich vertrieben und fand schließlich Zuflucht bei den Hunnen.

Im Nibelungenlied wird diese Zuflucht alsbald zur Hölle. Die soll sich dann auch auf der Bühne wiederfinden, da Teile des Stücks während der mörderischen Auseinandersetzung spielen werden. Regisseur Vontobel, der mit dieser Inszenierung nach „Siegfrieds Erben“ und „Hildensaga.ein königinnendrama“ sein Triple in Worms vollmacht, versprach in diesem Kontext die „düsterste Kriemhild“, die es bisher zu sehen gab. Nicht minder pessimistisch fiel in dem Gespräch sein Blick auf die Welt aus. „Die Welt braucht viel Licht, ich sehe aber nur Düsternis.“ Ehe die Autoren eine kleine Kostprobe ihres Textes vor- trugen, schloss Nico Hofmann mit ebenso pessimistischem Tonfall: „Frage mich, warum wir nichts lernen“. Mit Ausblick auf das kriegerische Treiben vor dem Wormser Dom ist es womöglich etwas unpassend, von Vorfreude zu sprechen. Spannend und visuell beeindruckend dürfte es allemal werden, wenn Vontobel die Zuschauer zu einer Reise in die Finsternis einlädt. Oder ist es am Ende doch die Hoffnung, die triumphiert?

Zu den Darstellern war zum Zeitpunkt des Textes noch nichts bekannt. Üblicherweise ist die Besetzung jedoch eine Mischung aus bekannten Schauspieler/innen aus Film oder TV und weniger bekannten, aber renommierten Theaterdarstellern. In der Vergangenheit tummelten sich Größen wie Jürgen Prochnow, Klaus Maria Brandauer oder Uwe Ochsenknecht auf der Bühne vor dem Wormser Dom. Inszeniert wird das Stück von dem Schweizer Regisseur Roger Vontobel, der zu den Regiestars des deutschsprachigen Theaters gehört und Wormsern bestens in Erinnerung sein dürfte. Bereits 2018 inszenierte er „Siegfrieds Erben“ und begeisterte Presse wie Publikum gleichermaßen. Vontobel zeichnet sich durch eine opulente Bildersprache aus, die auch keine Scheu vor dem Einsatz aufwendiger Videotechnik hat. So brachte er mit einer gezielt eingesetzten Videoinstallation den ehrfürchtigen Dom vor den Augen des Publikums von „Siegfrieds Erben“ zum Erzittern. Auch in diesem Jahr möchte Vontobel das Auge ebenso beeindrucken wie den Verstand des Publikums. Zuletzt begeisterte er bei der Inszenierung „hildensaga.ein königinnendrama“ mit einer extravaganten Wasserlandschaft und im optisch eindrucksvollen Finale ließ der Regisseur vor den Augen der Zuschauer einen regelrechten Gruselwald zum Leben erwachen, inklusive der Silhouette eines übermächtigen Mario Adorfs (!). Entworfen wird das Bühnenbild von dem  dänische Bühnenbildner Palle Steen Christensen, der seit Jahren mit Vontobel arbeitet 

Begleitet werden die Festspiele von einem Kulturprogramm. Das Programm ist breit gefächert und reicht von Konzerten bis zu einem wissenschaftlichen Kolloquium der Nibelungenliedgesellschaft. Prominentester Gast im Begleitprogramm ist in diesem Jahr die Schauspielerin Nina Petri. Unter dem Titel „Unheimlich!“ lädt sie zu einer Lesung, bei der sie eine Auswahl an Schauergeschichten vorträgt. Auf dem Programm stehen Autoren wie Erich Kästner, Heinrich Heine, Christian Morgenstern, Franz Kafka oder Bram Stoker, gespickt mit interessanten wissenschaftlichen, philosophischen und geschichtlichen Erkenntnissen. Die erfahrene Hörbuchsprecherin verspricht ein prickelndes „Gänsehaut Gefühl“. 

Tickets und weitere Informationen finden Sie hier: https://www.nibelungenfestspiele.de/nibelungenfestspiele/2024/Programm/Kulturprogramm-2024.php

Ein fester Bestandteil der Nibelungen-Festspiele sind die „Theaterbegegnungen“. Am Sonntagmorgen (14.07.) ab 11 Uhr treffen sich in der heimeligen Atmosphäre des Heylshofparks Intendant Nico Hofmann, Regisseur Roger Vontobel, die Autoren sowie der künstlerische Leiter Thomas Laue zum Interview. Moderiert wird die Veranstaltung von dem bekannten Filmkritiker Rüdiger Suchsland. Inhaltlich setzt sich die Gesprächsrunde mit den Hintergründen des Stücks ein, reflektiert aber auch die ersten Reaktionen von Zuschauer und Kritiker. Zwischen den Gesprächsrunden gibt es an dem Vormittag auch musikalische Kostproben der Musiker des Stücks „Der Diplomat“.  

Familien können sich auf den Kinder- und Familientag (21. Juli) freuen. An diesem Tag muss sich muss sich die gediegene Festspielidylle im Park dem bunten Treiben der Kinder beugen. Theatervorstellungen, Basteln, Schminken, Walking Acts und Spielangebote versprechen einen hohen Spaßfaktor. Die Veranstaltung ist kostenlos. Tickets sind dennoch notwendig. Diese müssen vorher über den Ticket Service der Festspiele geordert werden. 

Infos und Tickets: www.nibelungenfestspiele.de 

 

Jazz & Joy vom 16. Bis 18. August 

Seit 33 Jahren gehört das Festival zu den regionalen Topfestivals. Wie der Name schon verrät spielt Jazz eine nicht ganz unwichtige Rolle. Dominiert wird das Programm allerdings vom Joy Faktor. Verteilt auf vier Bühnen rund um den Wormser Dom hat der Zuschauer die Möglichkeit, rund 30 Bands an diesem Wochenende zu lauschen. Ebenso lädt das Festival zu gemütlichen Flanieren ein, das wiederum von  zahlreichen Gastronomen und Winzern, die Wein und andere Köstlichkeiten auch außerhalt der Festivalbühnen anbieten, begleitet wird. Die größte Bühne befindet sich auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Im vergangenem begeisterten dort Größen wie Alice Merton, Ray Wilson und Gentleman. Das Programm für 2024 steht allerdings noch nicht fest. Bekannt ist lediglich der Künstler des Sonderkonzertes, das ebenfalls auf dem Marktplatz am Festivalfreitag (16.08.) stattfindet und ein Extraticket erfordert. In diesem Jahr verspricht Alvaro Soler ein entspanntes Sommerkonzert im Herzen der Stadt. Soler gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten Latin-Popstars in ganz Europa. Mit seinen eingängigen Melodien und Beats sorgt der deutsch-spanische Sänger bei Millionen von Fans für Begeisterung.

Tickets und Infos: www.jazzandjoy.de

Backfischfest vom 24. August bis 1. September

Für nicht wenige Wormser ist es der definitive Jahreshöhepunkt, das Wormser Backfischfest. Zugleich ist es das größte Fest entlang des Rheins, das Volksfest und Weinfest miteinander kombiniert. Für Weinfreunde sind beliebte Anlaufpunkte der Wonnegauer Weinkeller, in dem sich rund 50 rheinhessische Winzer mit ihren Rebensäften versammeln, und der Stiftskeller, der ebenfalls eine stattliche Zahl von Weinen aus Rheinhessen, aber auch aus der Pfalz präsentiert. Der Wonnegauer Weinkeller, der in einem Zelt untergebracht ist, fast knapp 2.000 Besucher. Das bedeutet in normalen Zeiten, dass es insbesondere am Wochenende in dem Zelt sehr voll ist. Man darf getrost davon ausgehen, dass in Zeiten von Corona die Zahl des Publikums etwas kleiner ausfallen dürfte. Neben köstlichen Weinen lockt der „Weinkeller“ auch mit Live Musik und DJ Partys, bei denen das ein oder andere Paar im Laufe des Abends schon zueinander gefunden haben soll.

Der Festplatz selbst wird zusätzlich gesäumt von Fahrgeschäften, inklusive des für das Backfischfest obligatorischen Riesenrades, Jahrmarktsbuden wie Dosen- oder Pfeilewerfen sowie einer vielfältigen Gastronomie. Selbstverständlich gehört auf einem Backfischfest auch ein ordentlicher Backfisch, den man in der Fischbraterei unweit des Weinkellers bekommt. Das Wort Backfisch hat in Bezug auf das Fest eine doppelte Bedeutung. Einmal bezieht es sich auf die Fischerzunft, die in Worms am Rhein in früheren Jahren stark vertreten war, andererseits bezieht sich das Wort auf junge, hübsche Frauen. So gibt es auch in jedem Jahr eine offizielle Backfischbraut. Die ist wiederum an der Seite des „Bojemääschters vun de Fischerwääd“ zu finden. Die Fischerwääd, es gibt eigentlich zwei davon, nämlich die Große und die Kleine, ist wiederum eine Straße, in der einst hauptsächlich Fischer lebten. Heute steht die Straße, die in unmittelbarer Nähe des Festplatzes ist, für das Brauchtum jener Zunft. Ein Museum in der Großen Fischerweide (so heißt sie im ordentlichen Amtsdeutsch) erinnert an diese für Worms wichtige Berufsgruppe. An einem Tag, nämlich am Backfischfest Mittwoch, wird in dieser Straße auch die Fischerwääderkerb gefeiert. Zum Begleitprogramm des Zehn-Tages-Festes gehört neben dieser Kerb auch ein aufwendiger Umzug am ersten Sonntag, der durch die gesamte Innenstadt läuft und in der Fischerwääd endet. Beschlossen wird das Backfischfest am letzten Sonntag durch ein visuell berauschendes Feuerwerk über dem Rhein. 

Infos unter: www.backfischfest.de 

Fest der Kulturen (Mitte September, Termin folgt)

Auch das einzige Fest in der Stadt, das dem multikulturellen Worms ein Gesicht gibt, musste sich dem Virus beugen und findet in diesem Jahr nach zwei jähriger Abstinenz wieder an seinem angestammten Platz am Obermarkt statt. Veranstaltet wird dieses Treffen der Kulturen vom „Interkulturellen Runden Tisch“. Neben allerlei Leckereien der teilnehmenden Verbände gibt es dort jede Menge Informationen und ein kleines, aber feines Kulturprogramm. Gerade in einer Stadt wie Worms, deren Migrationshintergrund in der Bevölkerung bei mittlerweile rund 30 Prozent liegt, kommt diesem Fest eine besondere Bedeutung zu, denn der Schlüssel zu einem friedliche Miteinander liegt im Verständnis für die andere Kultur und die kann man dort kennenlernen. 

Infos und Link folgt noch 

Wormser Weinmesse am 9. und 10. November

Wie in meinem Blog an anderer Stelle erwähnt ist Worms die drittgrößte weinbautreibende Gemeinde in Deutschland und Rheinhessen wiederum das größte Anbaugebiet. Was liegt also näher, viele Winzer einem Ort zu versammeln, um gemeinsam den Menschen einen Überblick auf die vielfältigen Erzeugnisse zu gewähren. Beim Überblick soll es aber nicht bleiben, denn das Probieren kann durch keine Broschüre und keine Unterhaltung ersetzt werden. Doch Vorsicht, wer den Ehrgeiz hat, alle Weine kennenzulernen, sollte zuvor gut gespeist haben. Bei rund 30 Winzern und dementsprechend rund 300 bis 350 Weinen im Angebot, ist es nahezu unmöglich, eine Gesamtübersicht zu bekommen. Viele Besucher entscheiden sich daher für einen zweitägigen Besuch der Messe. Während der Samstag den Weißweinen gehört, widmet man sich am Sonntag ausgiebig den Rotweinen und Rosés. 

Infos unter: www.weinstadt-worms.de

Wormser Weihnacht Ende – November bis zum 23. Dezember in der Innenstadt

Wahrscheinlich dürfte die Wormser Weihnacht einer der wenigen Weihnachtsmärkte sein, dessen Route sich direkt durch eine Fußgängerzone schlängelt und somit den Weihnachtseinkauf perfekt mit einem Glühwein Plausch kombiniert. Rund 35 Buden schlängeln sich durch die Innenstadt. Wie in anderen Städten gibt es auch hier die bewährte Mischung aus Glühwein, Bratwurst, Crêpes und allerlei Händler, die mal mehr, mal weniger weihnachtliches anbieten. Ein interessanter Hingucker sind die sogenannten Wechselbuden. Die können von Vereinen, Geschäfts- oder auch Privatleuten angemietet werden und garantieren zwischen Stricksocken und Duftkerzen ein gewisses Maß an Abwechslung. Was man auf keinen Fall versäumen sollte, ist ein Besuch bei dem Öko-Winzer Helmut Kloos (siehe auch Vino et Musica) Am Römischen Kaiser, der in diesen Wochen zum Philosophenplatz um deklariert wird. Der Winzer schenkt nicht einfach nur seinen Glühwein aus. Nein, Helmut Kloos lebt diesen Markt. So lässt er sich in jedem Jahr eine Rahmengeschichte für seine Bude einfallen, die auf amüsante Art und Weise aktuelle Themen aufgreift. Kultverdächtig sind seine Handpuppen (!) die Glühweingretel und Frau Kuddelmuddel, die auch gerne mal mit den Gästen einen kleinen Plausch abhalten. Kloos sorgt mit Konzerten, kleinen Lesungen oder dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern für ein buntes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Highlight ist natürlich der würzige Bio Glühwein, der direkt vor Ort angesetzt wird und somit an Frische nicht zu toppen ist. Der Glühwein ist in Weiß und Rot erhältlich. Wer es alkoholfrei mag, sei der Wunschpunsch wärmstens empfohlen. Während die meisten Glühwein Gastronomen als alkoholfreie Variante erwärmte Säfte verkaufen, ist auch der Wunschpunsch eine dem Glühwein ebenbürtige Kreation, dessen Rezept der Winzer natürlich nicht verrät. Der größte Glühweintreff befindet sich wiederum auf dem Obermarkt vor dem Amtsgericht. Dort bieten zwei Schaustellerfamilien ihre wärmenden Getränke an. Hier setzt man weniger auf Kultur. Im Mittelpunkt steht eher eine Apres Ski Stimmung, sodass es für jeden Weihnachtsmarktbesucher möglich sein sollte, ein besinnliches Plätzchen für unterschiedliche Ansprüche zu finden. 

SchUM Kulturtage (Oktober 2024)

Unbekannt sind ebenfalls die Termine und Inhalte der diesjährigen „SchUM Kulturtage“, die auch unter dem Namen „Jüdische Kulturtage“ zu finden sind. Dieser Reihe, die es seit ein paar Jahren gibt, kommt nach der Aufnahme in die Unesco Welterbe Liste eine ganz besondere Bedeutung zu. Denn schließlich reicht es nicht, das historische Erbe zu verwalten, sondern es soll auch mit Leben gefüllt werden. Dazu gehörte im vergangenen Jahr die Veröffentlichung eines zweiten Buches zu den in Worms verlegten „Stolpersteine“ oder die eindrucksvolle Dauerlesung „Ich will Zeugnis ablegen…“ mit regional bekannten Rezitator Karl-Heinz Deichelmann. Man darf also gespannt sein, was dieses kleine, aber feine Kulturfestival in diesem Jahr zu bieten hat. Die Kulturtage werden mit den beiden anderen Welterben Städte Mainz und Speyer koordiniert, da auch dort Veranstaltungen stattfinden. 

Infos: https://schumstaedte.de/schum/juedische-kulturtage/

Wunderhoeren – Tage alter Musik und Literatur

In einer der ältesten Städte Deutschlands ist es natürlich Pflicht, neben einem Mittelaltermarkt für die Massen, auch auf mittelalterliche Kultur aufmerksam zu machen. Seit 2011 gewährt das Nischenfestival alle zwei Jahre einen Ausflug in mittelalterliche Kompositions- und Schreibkunst. Das heißt nicht, dass es nur Minnegesang bei den Konzerten zu hören gibt, denn die Veranstalter scheuen auch nicht den Crossover zwischen Genres und Epochen, sodass auch zeitgemäße Interpretationen der Thematik zu Gehör kommen. Ein konkretes Programm gibt es nicht. Fünf Veranstaltungen sind in über das Jahr verteilt geplant. 

Weitere Infos:  www.wunderhoeren.de

 

WOpen Air vom 19. Juli bis 4. August auf dem Firmengelände Medienpark Vision (Alzeyer Straße)

Das WOpen Festival ist das jüngste Festival in Worms und dennoch längst etabliert. Geboren wurde es aus der Not heraus, denn als der erste Lockdown 2020 ausgerufen wurde, war dies gleichbedeutend mit einem Berufsverbot für die beiden Organisatoren Patrick Mais und Christian Ruppel. Patrick Mais betreibt eigentlich die Kinowelt Worms, während Ruppel als Veranstaltungstechniker in ganz Deutschland Veranstaltungen den perfekten Ton verpasst und die Bühne in das richtige Licht taucht. Ein Team also, das sich perfekt ergänzt. Das WOpen Air fand im Sommer 2020 unter Corona gerechten Bedingungen statt, sprich unter freiem Himmel, begrenzte Platzzahl mit entsprechenden Abstand. Das gehört natürlich längst der Vergangenheit an, geblieben ist allerdings dieses besondere Festival. Da die Veranstaltung in einem Wohngebiet stattfindet, genauer gesagt auf dem Firmengelände von Christian Ruppel Unternehmen Medienpark Vision, ließ sich Techniker Ruppel etwas ganz Besonderes einfallen, um die Nachbarn nicht mit Lärm zu belästigen, nämlich den Einsatz von Kopfhörern. Neben geräuschlosem Genuss von Kinovorführungen, Konzerten, Comedy und mehr, bietet diese Technik zudem die Möglichkeit, bei Filmen zwischen mindestens zwei Sprachen zu wählen. Lustig wird das zum Beispiel bei einer DJ Battle, die im letzten Jahr auf der WOpen Air Bühne ausgetragen wurde. Die Zuschauer/-hörer konnten zwischen drei DJs switchen. Nahm man den Kopfhörer ab, sah und klang es schon ein wenig skurril, wie die Besucher zu ihrem jeweiligen DJ sangen oder tanzten. Das Programm ist abwechslungsreich. Im Mittelpunkt stehen zwar Filme, zwischendurch gibt es aber auch Weinproben, Poetry Slam, aber auch eine After Work Party oder eben eine DJ Battle. Platz nimmt man in bequemen Strandliegen oder in einer Hollywood Schaukel. Dort kann man das Programm, das Wetter und die leckeren Cocktails genießen, die Vorort angeboten werden. 

Infos und Programm gibt es zur gegebener Zeit unter www.kino-worms.de 

Winter Revue ab Dezember im Wormser Tagungszentrum (Mozartsaal)  ab 27. November 2024

Wie das WOpen Air hat auch bei dieser Sinnesrevue der Veranstaltungstechniker Christian Ruppel seine Hände im Spiel. Das Konzept kennt man vielleicht von anderen Dinner Shows. Ein Drei bzw in diesem Fall Vier-Gang-Menü ist für die kulinarische Verführung zuständig, während Künstler/innen aus den unterschiedlichsten Bereichen die Gäste zwischen den einzelnen Gängen zum Staunen bringen. Die Palette der Künstler reicht von Zaubern, Comedy bis hin zu halsbrecherischen artistischen Kunststücke. Der erfahrene Medienprofi Ruppel sorgt zudem für die richtige akustische und visuelle Gestaltung des Spektakels. Kurzum, ein Besuch der Winter Revue ist vergleichbar mit einem Kurzurlaub. Das Motto: einfach mal für einen Abend die Seele baumeln lassen und sich ganz den vielfältigen Reizen hinzugeben. 

Infos: https://winter-revue.de/

Wie Worms die 5. Jahreszeit feiert – Fastnacht in der Nibelungenstadt

Es gibt viele Gründe, seine Zeit in Worms zu verbringen. Einer davon ist jene fünfte Jahreszeit, die am Rosenmontag ihren Höhepunkt findet. Denkt man an Fastnacht am Rhein, fallen einem zwar zumeist die großen Städte Köln, Düsseldorf und Mainz ein, doch 50 Kilometer südlich von Mainz, feiern die Närrinnen und Narren in Worms nicht minder kräftig. Sechs Karnevalsvereine mit reichlich Tradition im Rücken laden jedes Jahr zu Kinder- und Erwachsenenpartys sowie den großen Damen- und Hausfrauensitzungen ein und begeistern mit einer immensen Kreativität, was auch irgendwie typisch für diese Stadt ist. Da die Partys und Sitzungen sich einer immensen Beliebtheit erfreuen, gilt es, sich frühzeitig eine der begehrten Karten zu sichern. 

 

Überdies laden die Stadtteile Abenheim, Hochheim und Herrnsheim auch zu Fastnachtsumzügen. Höhepunkt der Fastnacht unter freiem Himmel dürfte aber „Spass uff de Gass“ sein. Inmitten der Innenstadt auf dem Obermarkt laden die Vereine gemeinsam zu einem fröhlichen Samstagmittag, der mit einem Programm zwischen Büttenreden, Gesang und Tanz immer wieder begeistert. Ergänzt wird das bunte Treiben durch den angrenzenden Fastnachtsmarkt, bei dem die Wormser Schausteller für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Los geht es natürlich um 11:11 Uhr. Zwar findet das bunte Treiben auf dem Obermarkt bereits am Nachmittag wieder sein offizielles Ende, das heißt aber nicht, dass Schluss ist mit Feiern. Auf der „Halli Galli Fastnachtsparty“ in der Aula der Hochschule Worms kann im Anschluss noch bis in die Morgenstunden weitergefeiert werden. 

Nachfolgend finden Sie hier einen Überblick über die Veranstaltungen in Worms sowie Links zu den Vereinen:

„SPASS UFF DE GASS“

WANN: Samstag 10. Februar 2024 ab 11:11 Uhr

WO: Obermarkt, Worms

WIEVIEL: Kostenlos

DAMENSITZUNGEN WCL

(Wormser Carnevalsgesellschaft Liederkranz)

Der Wormser Liederkranz 1875 e.V. hält insgesamt vier Damensitzungen ab und feiert am 10.02. in der Hochschule die traditionelle Halli-Galli-Fastnachtsparty 2024 (siehe unten).

WANN:

Freitag, 26. Januar 2024 ab 19:33 Uhr

Samstag, 27. Januar 2024 ab 19:33 Uhr

Freitag, 02. Februar 2024 ab 19:33 Uhr

Samstag, 03. Februar 2024 ab 19:33 Uhr

WO: Hochschule Worms, Erenburgerstraße 23, Worms

WIEVIEL: 25.- Euro (VVK)

TV PFIFFLIGHEIM DAMENSITZUNG

WANN: Samstag, 13. Januar & 20. Januar 2024 ab 19:11 Uhr

WO: TV Pfiffligheim, Wehrgasse 20, Worms

WIEVIEL: ab 16.- Euro (VVK)

KINDERKRÄPPELKAFFEE TV PFIFFLIGHEIM

WANN: Sonntag, 28. Januar & Sonntag, 04. Februar 2024 ab 14:11 Uhr

WO: TV Pfiffligheim, Wehrgasse 20, Worms

WIEVIEL: ab 2.- Euro (Tageskarte)

DAMENSITZUNGEN DES WCC

Der Wormser Carneval Club 1974 e.V. veranstaltet im Mozartsaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums zwei Damensitzungen. Zudem findet am 04.02. eine Kinderpartyfastnacht statt.

WANN: Samstag, 27. Januar & 03. Februar 2024 ab 19:33 Uhr

WO: Das Wormser, Rathenaustraße 11, Worms

WIEVIEL: 25.- Euro (VVK)

KINDERKOSTÜMFEST DES WCC

WANN: Sonntag, 04. Februar 2024 ab 14:11 Uhr

WO: Das Wormser, Rathenaustraße 11, Worms

WIEVIEL: Sitzplatz 8.- Euro, Stehplatz 5.- Euro (VVK)

AFTERWORKPARTY DES WCC

WANN: Mittwoch, 31. Januar 2024 ab 18:11 Uhr WO: Das Wormser, Rathenaustraße 11, Worms WIEVIEL: 11 .-Euro (VVK)

 

DAMENSITZUNGEN DER NARRHALLA

Die Wormser Narrhalla von 1840 e.V. lädt zu 6 Damensitzungen in den großen Saal des Vereinsheimes der Narrhalla in der Burkhardt- strasse ein.

WANN:

Freitag, 19. Januar 2024 ab 19:33 Uhr

Samstag, 20. Januar 2024 ab 19:33 Uhr

Samstag, 27 Januar 2024 ab 19:33 Uhr

Sonntag, 28. Januar 2024 ab 17:11 Uhr

Freitag, 02. Februar 2024 ab 19:33 Uhr

Samstag, 03. Februar 2024 ab 19:33 Uhr

WO: Großer Saal im Vereinsheim (Narhalla), Burkhardtstraße 2, Worms

WIEVIEL: ab 24.- Euro (VVK)

DAMENSITZUNG GRIWWELBISSER WORMS 1983. E.V.

Griwwelbisser Worms 1983 e.V. ist ein Fastnachtsverein, der eine bisschen andere Fastnacht macht! Das diesjährige Motto lautet: „DIE GRIWWELBISSER SIND BEREIT – MIT DEM FLIEGER IN DIE 5. JAHRESZEIT“

WANN: Samstag, 27. Januar & Freitag 02. Februar 2024 & Samstag,

03. Februar 2024 ab 20:11 Uhr

WO: TSG Halle Pfeddersheim, Weinbrunnenstraße 4, 67551 Worms

WIEVIEL: 18.- Euro (VVK)

DAMENSITZUNG WHV

Der Wormser Hausfrauen-Verein e.V. lädt gleich zu fünf Damensitzun- gen in den Vereinssaal der Gaststätte SV Horchheim ein.

WANN: 

Dienstag, 16.01. ab 17:11 Uhr

Mittwoch, 17.01. ab 17:11 Uhr

Donnerstag, 18.01. ab 18:11 Uhr

Freitag, 19.01. ab 19:33 Uhr

Samstag, 20.01. ab 19.33 Uhr

WO: Gaststätte SV Horchheim, Horchheimer Bahnhofstraße 47, 67551 Worms

WIEVIEL: ab 18.- Euro (VVK)

PRINZENGARDE GLORIA 02 E.V. – DAMENSITZUNG

Die Prinzengarde Gloria 02 e.V. lädt auch in diesem Jahr zu zwei Damensitzungen in den Vereinssaal der Gaststätte SV Horchheim ein.

WANN: Samstag, 27. Januar & Samstag, 03. Februar 2024 ab 19:11 Uhr WO: Gaststätte SV Horchheim, Horchheimer Bahnhofstr. 47, 67551 Worms

WIEVIEL: Ab 17.- Euro (VVK)

ALTWEIBERFASTNACHT Ü30 PARTY MIT KALLI KOPPOLD

Am 08.02.2024 findet im großen Saal (Vereinsheim Narrhalla ) die Altweiberfastnacht 2024 statt. Für Livemusik sorgt an diesem Abend der in Worms sehr beliebte Kalli Koppold.

WANN: Donnerstag, 08. Februar 2024 ab 19:33 Uhr

WO: Großer Saal im Vereinsheim (Narhalla), Burkhardtstraße 2, Worms 

KINDERFASTNACHTSPARTY NARRHALLA

WANN: Montag, 12. Februar 2024 ab 14:33 Uhr

WO: Großer Saal im Vereinsheim (Narhalla), Burkhardtstraße 2, Worms

HALLI-GALLI FASTNACHTS-PARTY

Die Fastnachtsparty vom Liederkranz in der Hochschule Worms bietet Partyspaß auf zwei Floors mit Livemusik gespielt von den mitreißenden „Barbed Wire“ und nicht minder energische Musik aus der Konserve von DJ Double A.

WANN: Samstag, 10 Februar 2024 ab 20:11 Uhr

WO: Hochschule Worms, Erenburgerstraße 23, Worms

WIEVIEL: 18.- Euro (VVK) / 20.- Euro (AK)

FASNACHT IM KREATIVWERK IN PFEDDERSHEIM

WANN: Samstag, 27. Januar & Samstag, 03. Februar 2024 ab 19:33 Uhr

WO: GV 1845 Pfeddersheim, Berlinerstraße 48, 67551 Worms

WIEVIEL: Kartenbestellungen bitte über das Wormser Reformhaus Franz

NÄRRISCHER LINDWÜRMER (UMZÜGE) IN WORMS:

Worms – Herrnsheim 

WANN: 10. Februar 2024, ab 14:11

WIEVIEL: kostenlos

Worms – Abenheim 

WANN: 11. Februar 2024, ab 14:11 Uhr

WIEVIEL: kostenlos

Worms – Horchheim

WANN: 11. Februar 2024, ab 14:11 Uhr

WIEVIEL: kostenlos

FASTNACHTSVEREINE IM ÜBERBLICK:

Wormser Carnevalgesellschaft Liederkranz 1875 e. V. (WCL)

https://wormser-liederkranz.de/

Wormser Narrhalla von 1840 e. V.

https://wormser-narrhalla.de/

Griwwelbisser Worms 1983 e. V.

https://www.griwwelbisser-worms.de/

Wormser Prinzengarde Gloria 02 e. V. (WPG)

https://www.gloria02.de/

Wormser Carneval Club 1974 e. V. (WCC) 

http://www.wormser-carneval-club.de/

Wormser Hausfrauen-Verein e. V. (WHV)

http://www.wormser-hausfrauenverein.de/

Nibelungen Apartments erreicht Spitzenbewertungen und erhält begehrtes Superhost-Abzeichen von Airbnb

Nibelungen Apartments hat kürzlich das angesehene Superhost-Abzeichen von Airbnb erhalten. Diese Auszeichnung wird Gastgebern verliehen, die durch herausragende Gastfreundschaft, exzellente Bewertungen und eine nachhaltige Hingabe an ihre Gäste herausragen.

Das Superhost-Abzeichen ist ein Zeichen für höchste Qualität und außergewöhnlichen Service in der Gastgeber-Community. Nibelungen Apartments hat nicht nur die Erwartungen seiner Gäste übertroffen, sondern auch eine warme und einladende Umgebung geschaffen, die Reisende aus aller Welt schätzen.

“Es ist eine Ehre, das Superhost-Abzeichen zu erhalten. Als Gastgeber ist es unser Ziel, unseren Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten und ihnen das Gefühl von Zuhause zu vermitteln”, sagt Pietro Errante” Wir schätzen die Unterstützung unserer Gäste und freuen uns darauf, weiterhin unvergessliche Momente zu teilen.”

Gäste loben Nibelungen Apartments nicht nur für die makellose Sauberkeit und den Komfort ihres Zuhauses, sondern auch für die persönliche Note und die Aufmerksamkeit für Details.

Das Superhost-Abzeichen von Airbnb ist eine Anerkennung für das Engagement für hervorragende Gastfreundschaft und trägt dazu bei, Worms als herausragendes Reiseziel zu etablieren.

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